Pausa-Mühltroff - Der Wolf hat wieder zugeschlagen. Am vergangenen Wochenende riss er drei Schafe im vogtländischen Pausa. Während eine endgültige Bestätigung durch das Landesamt noch aussteht, gibt sich Schäfer Stefan Steudel (38) kämpferisch.
"Der Wolf ist näher, als wir denken", erzählt Hobby-Schäfer Stefan. Allerdings kam Meister Isegrim am vergangenen Wochenende seinen Schafen zu nahe. Die traurige Bilanz: Zwei Lämmer wurden gerissen, ein Mutterschaf so schwer verletzt, dass der Berufsschullehrer es erlösen musste.
Für gewöhnlich schützt Stefan seine 25 bis 30 Schafe außerorts von Pausa mit einem Wolfsschutznetz, weil die gefährlichen Vierbeiner in der Region eher nachtaktiv sind. Doch innerorts hatte er die Bedrohung nicht auf dem Schirm: "Ich dachte, in Pausa passiert nichts."
Dabei ist der Wolf in Sachsen weiter auf dem Vormarsch. Für die ersten Monate des Jahres listet das Landesumweltamt bereits vier eindeutige Nachweise (u.a. Sichtungen und Risse) auf, zudem 14 bislang unbestätigte Hinweise im Freistaat.
Der Behörde nach war Stefans Herde am Wochenende "nicht ausreichend geschützt" - das Raubtier hatte also leichtes Spiel.
Deshalb rüstet Stefan nun auf: Durch den grausigen Vorfall werden die Schäfchen nun auch innerorts per Zaun geschützt. Angst vor dem Wolf hat er nicht - für Stefan ist der Schutz seiner Herde entscheidend: "Wir müssen die Tiere schützen, dann können wir auch mit dem Wolf leben."