Freiberg - Das Wasser ist die wichtigste Grundlage allen Lebens auf der Erde. Aus diesem Grund wird jährlich am 22. März der Weltwassertag veranstaltet. Wie wichtig das Wasser im Alltag der Menschen in der Region ist, haben die sächsischen Kurfürsten schon vor Hunderten Jahren erkannt und mit der Revierwasserlaufanstalt Freiberg ein Wasserversorgungssystem geschaffen, das noch heute von großer Bedeutung ist.
Das System hat seinen Ursprung im Silberbergbau. Das Edelmetall wurde im 12. Jahrhundert im Freiberger Raum entdeckt und löste das "Berggeschrey" aus. Zunächst konnte das oberflächennahe Silbererz problemlos gewonnen werden. Das änderte sich jedoch mit der Zeit.
"Ab dem 15. Jahrhundert mussten die Bergleute jedoch immer tiefer graben, um Bodenschätze zu finden. Dabei stießen sie auf Grundwasser. Die Gruben wurden mithilfe von Wasserknechten entwässert. Später nutzte man dafür Pumpen, die durch Wasserkraft angetrieben wurden", erklärt die Landestalsperrenverwaltung, zu der die Revierwasserlaufanstalt heute gehört.
Rund einhundert Jahre später drohte dem Freiberger Bergbau das Aus wegen Wassermangels. Deswegen begann 1558 auf kurfürstlichen Befehl hin der Ausbau eines Wasserspeicher- und Zuführungssystems für das Freiberger Berg- und Hüttenwesen. In den 1880er-Jahren war der Bau abgeschlossen.
Im 17. Jahrhundert wurde die Kurfürstliche Stolln- und Röschenadministration gegründet. Sie sollte als Zentralbehörde die Wasserbedürfnisse des Bergbaues und der Stadtbevölkerung unter einen Hut bringen.
System versorgt Region noch immer mit Trink- und Brauchwasser
Nachdem der Silberbergbau im frühen 20. Jahrhundert eingestellt wurde, bekam die Revierwasserlaufanstalt eine neue Aufgabe: die Trink- und Brauchwasserversorgung, Fischzucht und Energiegewinnung.
"Heute versorgt die Revierwasserlaufanstalt die Regionen Freiberg, Chemnitz und Dresden mit Trink- und Brauchwasser. Sie ist Teil des Talsperrenverbundsystems 'Mittleres Erzgebirge-Osterzgebirge'", so die Talsperrenverwaltung
Es gehören unter anderem der Dörnthaler Teich, der Erzengler Teich, der Obere Großhartmannsdorfer Teich und der Alte Bierwiesenteich sowie die Talsperren Lichtenberg und Rauschenbach zur Revierwasserlaufanstalt und dazu ein weit verzweigtes Netz aus Röschen (wasserführenden Stollen) und Kunstgräben, die insgesamt 70 Kilometer lang sind.
Der Tag des Wassers wird in diesem Jahr übrigens an der Talsperre Gottleuba gefeiert, die in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum hat.
Am 22. März könnt Ihr von 10 bis 15 Uhr einen exklusiven Blick hinter die Kulissen wagen, Geräte und Fahrzeuge bestaunen und über die sonst geschlossene Mauerkrone spazieren.