Von Jörg Schurig
Leipzig - Die ersten Schwalben sind aus ihren afrikanischen Winterquartieren zurück in Sachsen. Drei Rauchschwalben wurden am 31. März am Deutschbaselitzer Großteich östlich von Kamenz gesichtet, wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) mitteilte.
Mit der Ankunft von Rauch- und Mehlschwalben feiert der NABU Sachsen in diesem Jahr ein besonderes Jubiläum: Seit zehn Jahren würdigt er mit der Aktion "Schwalben willkommen" Menschen, die den bedrohten Vögeln ein sicheres Zuhause an und in ihren Gebäuden bieten.
Ferner beraten die Experten zu allen Fragen rund um den Schutz der Schwalben. Finanzielle Unterstützung gibt es dafür von der Sächsischen Landesstiftung Natur und Umwelt.
Nach Tausenden von Kilometern Flug finden sich Rauch- und Mehlschwalben an genau den Orten und Brutplätzen wieder ein, wo sie im letzten Jahr lebten, erklärte der NABU. "Leider treffen sie nicht überall auf Akzeptanz, Quartiere sind verschlossen, Fassaden versiegelt und Nester zerstört."
Um auf diese Notlage aufmerksam zu machen, habe man 2016 das Projekt "Schwalben willkommen" begonnen. "In den vergangenen zehn Jahren konnten wir sachsenweit weit über 1000 Plaketten an Privatpersonen, Landwirte und Unternehmen verleihen", zog der Naturschutzbund Bilanz. Die Auszeichnung mit der Plakette "Hier sind Schwalbenwillkommen" sei mehr als nur ein schönes Schild an der Wand: "Sie ist ein Zeichen für Toleranz gegenüber der Natur."
Lage für Schwalben bleibt ernst
Trotz aller Erfolge der Mitmachaktion bleibt die Lage nach Darstellung des NABU ernst. "Die Bestände der Schwalbenhaben deutlich abgenommen."
Deshalb bitte man alle Haus- und Stallbesitzer darum, Schwalben bei sich willkommen zu heißen. Bis in den Mai hinein sei mit ihrer Rückkehr zu rechnen. Für Hilfsmaßnahmen sei es jetzt also nicht zu spät.
Nach Angaben des Naturschutzbundes brüten Rauchschwalben bevorzugt im Inneren von Gebäuden - etwa in Ställen und Scheunen. Mehlschwalben nutzen die Außenseiten von Gebäuden unter Dachvorsprüngen.
Beide Arten stehen in Deutschland auf der Roten Liste beziehungsweise der Vorwarnliste.