Während ganz Deutschland schwitzt: Marleen arbeitet bei kühlen 8 bis 10 Grad
Freital - Während Sachsen weiter unter der Hitzeglocke ächzt und neue Rekordtemperaturen erreicht werden, arbeitet Marleen Weber (35) an einem Ort, an dem die Hitze machtlos ist: 20 Meter unter der Erde im Besucherbergwerk Schloss Burgk in Freital (Sachsen).
Vor dem Abstieg unter Tage ist die Schutzjacke gegen Kohleschmutz optional, der Helm jedoch bleibt Pflicht "wegen der niedrigen Deckenhöhe", erklärt Marleen.
Mit der Keilhaue haben die Arbeiter damals ihren Weg ins Erdreich gegraben und beim Betreten des einzigen noch begehbaren Steinkohle-Untertagebergwerks Sachsens ist die Kühle sofort spürbar: Es herrschen konstant acht bis zehn Grad Temperatur.
"Das ist sozusagen eine natürliche Klimaanlage, aber besser, denn hier kommt noch die feuchte Luft hinzu, die das Gestein abgibt."
Rund eine halbe Stunde dauert eine Führung in den Schacht und wieder zurück. Dabei erfährt man von der Museumspädagogin allerhand über die rund 200 Jahre alte Mine: "Mitte des 19. Jahrhunderts arbeiteten hier noch 750 Männer in drei Schichten." Auch eine Frau war in der letzten Kohleperiode als Vermesserin angestellt.
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Oberbergamt kontrolliert Sicherheit des Bergwerks jährlich
Einen traurigen Höhepunkt hatte das Freitaler Bergwerk auch, als 1869 insgesamt 276 Bergleute bei einer der größten Grubenkatastrophen Sachsens starben: "Die Hälfte der Menschen wurde durch die Explosionswelle getötet, die anderen erstickten, hatten noch Zeit, um Abschiedsbriefe zu schreiben."
Einsturzgefahr bestehe keine, versichert die Expertin: "Einmal im Jahr wird der Schacht durch das Oberbergamt kontrolliert."
Oben an der Oberfläche drückt die Hitze. Wer mag, kann sich jedoch im klimatisierten Schloss die Ausstellung zum historischen Bergbau anschauen. Tickets kosten 6/4 Euro.
Für Schulgruppen, die sich auch außerhalb der Öffnungszeiten anmelden können, gelten gesonderte Tarife. Infos: schloss-burgk-freital.de/exhibition/besucherbergwerk
Titelfoto: Norbert Neumann

