Wäschetrockner mit Popstar-Ambitionen: Sächsisches Start-up lässt Kampagne von KI planen

Mittweida - Erst schreibt KI Texte, dann malt sie Bilder - und jetzt verkauft sie auch noch Wäschetrockner. Das Mittweidaer Start-up TOSA home appliance hat für seinen kompakten Wäschetrockner HEYDRY eine komplette Werbekampagne mit Künstlicher Intelligenz gebaut.

Vom Tourproblem zur Gründeridee: Marcel "Sam" Nagler (42) entwickelte HEYDRY, weil nasse Bühnen-Outfits unterwegs schnell wieder einsatzbereit sein müssen.  © Sven Gleisberg

Hinter dem Produkt stehen die Gründer Marcel "Sam" Nagler (42) und Toni Plewe (31) aus Mittweida (Mittelsachsen). Die Idee: ein kleiner, schneller Wäschetrockner für Menschen, die wenig Platz haben - etwa in kleinen Wohnungen, auf Reisen oder hinter der Bühne. Tatsächlich entstand die Idee auch auf Tour.

Musiker Nagler suchte immer wieder eine Lösung, um Bühnenwäsche in engen Backstage-Räumen schnell trocken zu bekommen. Gemeinsam mit Ingenieur Plewe wurde daraus 2024 ein serienreifer Trockner.

Jetzt drehen die beiden auch beim Marketing auf. Eine klassische Kampagne wäre für ein junges Unternehmen kaum bezahlbar gewesen. Also übernahm KI große Teile der Arbeit: Musik, Bilder, Video, sogar die auftretenden Personen.

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Im Mittelpunkt steht der Song "Eins, Zwei, Frei". Kein kurzer Werbejingle, sondern ein richtiger Pop-Titel, der auf Spotify, Apple Music, Instagram und TikTok veröffentlicht werden soll.

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Marcel "Sam" Nagler (42) zeigt den HEYDRY: Der kompakte Wäschetrockner aus Mittweida soll Wäsche auch dort trocken bekommen, wo große Geräte keinen Platz haben.  © Sven Gleisberg

KI als Werkzeug

In Mittweida werden die Lüftermodule für den HEYDRY montiert - Herzstück des kleinen Trockners.  © Sven Gleisberg

"Wäsche trocknen war schon immer eine Frage von 'weniger Aufwand, mehr Ergebnis'", erklärt Nagler. Genau diesen Gedanken hätten sie auch auf die Werbung übertragen. Herausgekommen sei "ein Song, den keine Texterin und kein Produzent im klassischen Sinn geschrieben hat - sondern eine KI, die wir wie ein Werkzeug behandelt haben, nicht wie ein Wundermittel".

Nagler weiß, dass sie damit ziemlich weit gehen: "Dass wir diese Unterstützung für unsere Kampagne auf die Spitze getrieben haben, ist uns schon bewusst."

Auch Toni Plewe sieht eine klare Linie zwischen Produkt und Kampagne. Der Ingenieur sagt: "Die Anforderung war radikal einfach formuliert: kleiner, schneller, unkomplizierter als alles, was es gibt."

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Genau diese Einfachheit habe man nun auch auf die Werbung übertragen.

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