"Zertreten alles": Erster Bauer erlässt Pflückverbot für Kinder
Hoyerswerda (Sachsen) - Mit der ganzen Familie am Wochenende durch die Pflanzenreihen ziehen, zwischendurch naschen und am Ende mit vollem Körbchen zur Kasse marschieren. Auf dem Erdbeerfeld Bröthen (bei Hoyerswerda) ist das jetzt Geschichte. Denn Erdbeer-Bauer Edmund Kubitz (68) hat ein Pflückverbot für Kinder auf seinem Acker erlassen.
Seit 53 Jahren bewirtschaftet er seine Erdbeerfelder an der Hauptstraße. Doch das Selbstpflück-Angebot sei immer häufiger ausgenutzt worden: "Viele gehen nur aufs Feld, um sich satt zu essen und kaufen dann nur ein Pfund. Deshalb lieber gleich klare Fronten."
Zudem hätten Kinder wiederholt die Pflanzen verletzt, Früchte abgerupft oder herumgeschleudert.
"Naschen nicht erlaubt"-Schilder stehen am Feldrand. Um seine Existenz zu schützen, habe er in dieser Saison einen weiteren gravierenden Schritt gewagt: "Kinder unter 12 Jahren dürfen nicht mehr auf das Feld. Ich hab nichts dagegen, wenn man mal probiert, aber das hat nichts mehr damit zu tun."
Besonders ärgere ihn dabei der Schaden an den Pflanzen: "Ich habe fast einen Meter breite Kulturen. Wenn die Kinder auf der anderen Seite Früchte sehen, gehen sie einfach rüber und zertreten alles", erklärt der Bauer, der nach den ersten Erntetagen bilanziert: "Den Feldern geht es definitiv besser."
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Erdbeer-Experte erntet auch jede Menge Hass und Frust
Trotz viel Verständnis aus der Bevölkerung erntet der Erdbeer-Experte freilich auch auch jede Menge Hass und Frust, vor allem im Internet.
"Die meisten sind verbittert und verärgert darüber. Ich mache es ungern, aber es nützt ja nichts." Ob er die Altersbegrenzung beibehält, weiß er allerdings noch nicht. "Zumindest habe ich weiterhin genug Pflücker."
Titelfoto: Fotomontage: Steffen Füssel
