Zu laut! Fast neues Windrad wird jetzt wieder abgebaut

Von Birgit Zimmermann

Oberwiera - Nach massiven Anwohnerbeschwerden wird ein Windrad in Oberwiera (Landkreis Zwickau) nach nur zweieinhalb Jahren abgerissen. Die drei Rotorblätter sind bereits demontiert und per Kran zu Boden gebracht. Nun steht nur noch der knapp 170 Meter hohe Turm samt Maschinenhaus.

Bürgermeister Holger Quellmalz (58, CDU) will kein anderes Windrad haben.  © Andreas Hummel/dpa

Das zehn Millionen Euro teure Windrad war Ende 2023 in Betrieb gegangen und galt damals als höchste Windkraftanlage Sachsens. Doch schon kurz darauf häuften sich Beschwerden von Anwohnern wegen störenden Lärms. Sie beklagten einen permanenten Brummton, den sie mit Turbinengeräuschen von Flugzeugen verglichen.

Ein Wechsel des Getriebes brachte keine Besserung. Der Betreiber hat daraufhin mit Hersteller Vestas einen Rückbau vereinbart. Zu den Kosten dafür machen sie keine Angaben.

Der Fall in Oberwiera gilt als einmalig in Deutschland. Dem Branchenverband BWE sind nach eigener Auskunft keine Fälle bekannt, in denen ein Windrad aus diesem Grund komplett zurückgebaut wurde. Doch auch andernorts wird von ähnlichen Problemen berichtet, so in der Stadt Uhingen in Baden-Württemberg.

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Hier hatte der Riese seine Rotorblätter noch.  © Hendrik Schmidt/dpa
Der Rückbau hat begonnen. Die Größe der Rotorblätter lassen die Dimension des Rades erahnen.  © Andreas Kretschel
Nackt im Wind: Die Nabe ist momentan eher antriebsschwach.  © Andreas Kretschel
Wie ein Stengel ohne Blüte: Hier dreht sich nichts mehr.  © Andreas Hummel/dpa

In Deutschland sind laut BWE fast 30.000 Windräder in Betrieb. Beschwerden über davon ausgehende Störgeräusche kämen sehr selten vor, so der Verband.

Der ehrenamtliche Bürgermeister von Oberwiera, Holger Quellmalz (58, CDU), hatte schon vor dem Abriss Widerstand gegen eventuelle neue Windräder in dem 1000-Einwohner-Ort angekündigt: "Ich möchte kein Windrad mehr in Oberwiera."

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