Zwickau - Ab sofort sind im August Horch Museum in Zwickau neue Exponate sowie eine überarbeitete Ausstellung zu sehen.
Zwei neue Leihgaben stellt die Audi AG aus Ingolstadt dem Museum dauerhaft zur Verfügung. Dabei handelt es sich zum einen um einen Horch 10/50 PS Phaeton aus dem Jahr 1925. Dieser steht nun am Platz der bisherigen Horch-375-Pullman-Limousine von 1930 und vervollständigt die Chronologie der Ausstellung, da er ein Bindeglied zwischen den Modellen der 1910er- und 1930er-Jahre ist.
Die zweite Leihgabe ist ein Wanderer-W11-Pullman-Landaulet aus dem Jahr 1929 und eine Rarität. "Er ist sehr selten und wurde nach 1930 so gut wie gar nicht mehr gebaut", sagt Kurator André Meyer (41).
Der Grund liege in der schwierigen Bauweise. "Es ist einmalig, dass wir ein Landaulet zeigen können", betont Meyer.
Einen neuen Platz bekam zudem die Horch-350-Pullman-Limousine, deren Herkunftsgeschichte inzwischen umfassend erforscht wurde.
Einst 1928 in Zwickau gefertigt, ist der lange Weg nach Norwegen zurück nach Deutschland in die Nähe von Koblenz und schließlich wieder nach Zwickau vollständig dokumentiert. 2007 nahm das Museum den Wagen in seinen Bestand auf und kehrte damit nach fast 80 Jahren in seine Geburtsstadt zurück.
Nach nahezu 100 Jahren ist nun die komplette Geschichte rekonstruiert. Für Meyer war es eine besondere Recherchearbeit, da er teilweise noch mit den ehemaligen Besitzern sprechen konnte. "Das war absolut großartig. Zu sehen, dass da ja noch Leute existieren, die du fragen kannst."
Einzigartiger Trabant-Prototyp
Neu im Bestand ist der lange Zeit verschollen geglaubte P-70-Prototyp der Marke Trabant aus dem Jahr 1955. Bislang gab es nur ein einziges Foto als Indiz für seine Existenz. Im Rahmen einer Nachlassauflösung wurde das Museum darauf aufmerksam. Seit Samstag befindet er sich tatsächlich im Depot des Museums.
Der Wagen gilt als Vorläufer des P70 Trabant, der von 1955 bis 1959 produziert wurde. Er weist nahezu identische Fahrzeugeigenschaften auf - mit einer Ausnahme: vier Türen statt zwei.
Diese Konstruktion stellte eine Herausforderung dar, da die Fahrzeuglänge unverändert blieb. Die Türen mussten stark verkürzt werden, was das Ein- und Aussteigen erschwerte.
Aus diesem Grund ging das Fahrzeug nie in Serienproduktion. "Es hat sich in der Praxis nicht bewährt", sagt Kurator André Meyer. Die Geschichte des Prototyps muss nun noch weiter erforscht werden.
Für Besucher wird das Fahrzeug voraussichtlich erst Ende des Jahres zu sehen sein, vielleicht auch erst nächstes Jahr.