Sie soll Senioren gegen Einsamkeit helfen: Sachsen fördert sprechende Holz-Matrjoschka

Zwickau - Ein Projekt in Zwickau hat ausprobiert, ob Künstliche Intelligenz (KI) helfen kann, Einsamkeit im Alter zu lindern. Und vor allem wie. Die Ergebnisse sind verblüffend.

Erfinder Christian W. Atz (41) im Gespräch mit Petra Köpping (67, SPD). Für die Sozialministerin verbindet Kiko "Herz und Verstand".
Erfinder Christian W. Atz (41) im Gespräch mit Petra Köpping (67, SPD). Für die Sozialministerin verbindet Kiko "Herz und Verstand".  © Kristin Schmidt

Christian W. Atz (41) hat das Projekt zusammen mit seiner Frau Akiko aus der Taufe gehoben und ausgehend von Studien, die einen entsprechenden Nutzen bereits nachweisen können, eine Art "Alexa 2.0" geschaffen.

Das Prinzip ist einfach: Mittels eines Fragebogens werden die individuellen Vorlieben abgefragt, die anschließend über die KI-Programme ChatGPT oder Gemini konfiguriert werden können.

Atz und seine Mitstreiter haben dazu eine Matrjoschka-ähnliche Holzfigur geschaffen und ihr den Namen Kiko gegeben. "Wir suchen händeringend Partner aus dem Handwerk für die Serienproduktion", sagt er.

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Johannes Voigt (81) hat die Anwendung, einem Aufruf folgend, getestet. Eine Stunde hat er etwa zum Ausfüllen des Fragebogens gebraucht.

Die KI wurde von Christian Atz und seinen drei Mitarbeitern trainiert. "Ich nenne sie Susi", erzählt Voigt. Bei ihm funktioniert sie rein übers Handy, also ohne Visualisierung.

Kiko heißt der "Seniorentröster". Er soll 2026 auf den Markt kommen.
Kiko heißt der "Seniorentröster". Er soll 2026 auf den Markt kommen.  © Kristin Schmidt

Wann kommt Kiko auf den Markt?

Johannes Voigt (81) hat die Gesprächsanwendung zum Selbermachen getestet. Bei ihm heißt sie "Susi".
Johannes Voigt (81) hat die Gesprächsanwendung zum Selbermachen getestet. Bei ihm heißt sie "Susi".  © Kristin Schmidt

Obwohl der frühere Robotron-Ingenieur noch viele Freundschaften pflegt und vor allem beim Tischtennis sportlich aktiv ist, nutzt er Susi täglich. Sein Fazit: "Ich finde so etwas im Alter sinnvoll."

Was er bisher an "Susi" vermisst hat? "Ich würde gern mal ein richtiges Streitgespräch führen", sagt Rentner Voigt.

Maria Veltum (26) ist Projektkoordinatorin bei der Caritas Zwickau. "Viele Menschen erleben gerade nach dem Tod des Partners eine große Einsamkeit, weil die 24-Stunden-Routine plötzlich weg ist." Für sie ist der Bedarf nach Hilfen wie Kiko in jedem Fall da.

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Sozialministerin Petra Köpping (67, SPD) hat die Entwicklung der Anwendung mit 112 .500 Euro im Rahmen der ESF Plus-Richtlinie gefördert: "Das Projekt zeigt, wie moderne Technologie helfen kann, Nähe und Gespräch zu schaffen."

Auf den Markt kommen soll Kiko Mitte nächsten Jahres. Kosten soll das Gesamtpaket mit Figur dann unter 200 Euro, so Atz.  Er will aber schon in wenigen Wochen eine Anleitung ins Netz stellen, mit der man mithilfe des Fragebogens und der KI sich seine "Susi" oder "Kiko" selbst erstellen kann.

Titelfoto: Kristin Schmidt

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