Zwickau - Große Verunsicherung, Frust und Sorge unter den VW-Mitarbeitern in Zwickau: Konzern-Chef Oliver Blume (58) erreichte am frühen Mittwochnachmittag das Werk. Er verkündete Sparmaßnahmen, stellte zudem klar, dass es "keine Entscheidung zu möglichen Werkschließungen gibt".
Ob die Produktion in Zwickau auch nach 2030 weiterläuft - dazu konnte Blume am Mittwoch keine Auskunft geben. Für Zwickau könne man "heute noch keine wettbewerbsfähige Belegung für die 2030er-Jahre darstellen", so der VW-Chef.
Gleichzeitig gebe es keine Entscheidungen über Werkschließungen. Ziel sei es nun, innerhalb von sechs bis 12 Monaten eine Perspektive für Zwickau zu schaffen.
Zu den Zwickauer Beschäftigten sagte Blume: "Ihr bekommt dieselbe Chance wie jedes andere Werk in Europa. Entscheidend wird am Ende die Wettbewerbsfähigkeit sein."
Wettbewerbsfähigkeit - damit sind vor allem massive Kosteneinsparungen gemeint - allerdings außerhalb der direkten Fahrzeugproduktion. So etwa bei Konzernstellen, zentralen Funktionen, der Entwicklung oder im Vertrieb.
Doch was, wenn das alles nichts hilft? "Sollte sich trotz aller Anstrengungen am Ende zeigen: Eine Nachbelegung ist nicht möglich, dann endet unsere Verantwortung nicht", so Blume.
Und weiter: "Wir kämpfen um industrielle Perspektiven und um Beschäftigung für unsere Standorte. Mit Partnern. Mit Investoren. Mit neuen industriellen Lösungen."
Wie geht es nach 2030 weiter? Die Verunsicherung bleibt
Vor der Ankunft des VW-Chefs versammelten sich zahlreiche Mitarbeiter und Zulieferer vor dem Werk. Die Verunsicherung war riesig. Mehrere Protest-Plakate waren zu sehen - unter anderem mit der Aufschrift: "Mama?! Hast du in 5 Jahren noch Arbeit?"
Nach Medienberichten, wonach das Werk in Zwickau 2031 schließen könnte, waren zahlreiche Mitarbeiter verunsichert. Lange schwieg der Vorstand dazu.
Und auch nach dem Auftritt von VW-Chef Blume bleibt die Ungewissheit: Das VW-Werk steht weiter auf der Kippe. Zwar habe es keine konkreten Schließungspläne gegeben, doch was nach 2030 passiert, weiß noch immer niemand.
Erstmeldung: 26. August, 15:33 Uhr; zuletzt aktualisiert: 17.29 Uhr