Zwickau - Die Zukunft der Zwickauer Tafel steht auf der Kippe. Anfang des Monats hat der Trägerverein "Gemeinsam Ziele erreichen" Insolvenz angemeldet. Stadt und Fraktionen sind sich einig: Die Tafel wird dringend gebraucht. Konkrete Lösungsansätze gibt es bislang jedoch kaum.
Die Stadtverwaltung verfolgt die Entwicklung nach eigenen Angaben "sehr aufmerksam", verweist wegen des laufenden Insolvenzverfahrens aber auf fehlende belastbare Informationen. Zu möglichen Hilfsangeboten könne man deshalb derzeit keine Aussage treffen.
Auch die CDU-Stadtratsfraktion teilt auf Anfrage lediglich mit, dass die Arbeit der Tafel weitergeführt werden müsse: "Wie das erfolgen kann, ist noch zu klären."
Deutlicher wird Bernd Rudolph (64, BSW): Er bezeichnet die Insolvenz als "Katastrophe" für alle, die auf das Angebot angewiesen sind. Seine Forderung: Das Verfahren müsse schnell abgeschlossen werden.
"Es braucht einen Neuanfang, der die Tafel langfristig wieder handlungsfähig macht", so Rudolph.
Tristan Drechsel fordert eine transparente Aufarbeitung: Wie kam es überhaupt dazu?
Tristan Drechsel (71, BfZ) sagt: "Jetzt muss zunächst transparent aufgearbeitet werden, wie es zu dieser Situation kommen konnte und welche Bereiche des Vereins konkret betroffen sind."
Zugleich dürfe es angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt "kein einfaches finanzielles Stopfen eines möglicherweise entstandenen Defizits" geben. Dafür fehlten derzeit sowohl Informationen als auch finanzielle Spielräume.
Die AfD-Fraktion habe sich wegen ausstehender Gehälter von Schulsozialarbeitern, die ebenfalls beim Trägerverein beschäftigt sind, bereits an den Landrat gewandt: "Wir warten diesbezüglich auf eine Antwort", so die Fraktion.
Ausgerechnet die Progressiven Demokraten (SPD, Grüne, FDP, Linke) wollten sich nicht zur Zukunft der Tafel äußern. Ihr Fraktionsvorsitzender Jens Juraschka (51) ist zugleich Chef des Tafel-Trägervereins. Die Insolvenz habe nichts mit der Arbeit der Fraktion zu tun, heißt es.