Zwischen Weinreben und Krisentälern: Wie aus dem Elbland eine Tourismus-Perle wurde
Dresden - Kaum Hotels, kaum Gäste, kaum Infrastruktur: So fing alles an. 35 Jahre später ist das Elbland (von Pirna bis Riesa) eine Tourismus-Perle mit Millionen Übernachtungen und Millionenumsätzen. Doch hinter der Erfolgsgeschichte stecken auch Krisen, Sorgen und der Kampf um die Zukunft.
Mehr als 426 Millionen Euro Umsatz, Tausende Jobs und Millionen Gäste zeigen heute die Bedeutung der Branche.
"Gerade Tagesausflügler sichern einen großen Teil der Einnahmen - für Gastronomie, Kultur und Freizeitangebote", sagt Sindy Vogel (43), Geschäftsführerin des Tourismusverband Elbland.
Ein wichtiger Motor: Projekte wie der Elberadweg, die Sächsische Weinstraße und der Weinwanderweg.
Doch die Entwicklung hat auch Schattenseiten. Hochwasser, Corona und ein spürbarer Rückgang an Betrieben bremsen die Branche. "Wir haben uns noch nicht gänzlich aus diesem Tal erholt", so Vogel.
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Trotz aller sichtbaren Erfolge bleibt die Aufgabe groß, den Tourismus am Laufen zu halten
"2019 dachten wir, es geht genauso weiter, und dann kam mit Corona der große Einbruch", ergänzt Ex-Verbandschef Olaf Raschke (63). "Es ist schwer anzuknüpfen, wenn Dinge weggebrochen sind."
Und dennoch spielt das Elbland touristisch in einer anderen Liga als noch vor ein paar Jahren. "2020 kannten 38 Prozent das Reiseziel Elbland, 2025 sind es knapp 50 Prozent", erklärt Dresdens Tourismus-Chefin Corinne Miseer (49). Auch die Sympathiewerte liegen bei rund 80 Prozent - beste Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
Dennoch bleibt die Aufgabe groß. Nur sieben bis acht Prozent der Gäste kommen aus dem Ausland. Gleichzeitig wird die Digitalisierung immer wichtiger.
"Wer nicht digital stattfindet, ist nicht relevant", warnt Raschke. Ein Schlüssel soll die enge Zusammenarbeit mit Dresden bleiben, die das Elbland als Marke weiter stärken soll.
Titelfoto: Petra Hornig

