Sensationsspiel in der NFL: Minnesota Vikings drehen 0:33-Rückstand!

Minnesota - Was war das denn bitte für ein Spiel am Samstagabend in der National Football League? Die Minnesota Vikings trafen zu Hause auf die Indianapolis Colts und lagen zur Halbzeit desaströs mit 0:33 zurück. Doch dann kam das Wunder der Vikings ...

Die Colts dominierten das Spiel in Halbzeit eins! Thomas Rodney (24, Mitte) bejubelte seinen Touchdown.
Die Colts dominierten das Spiel in Halbzeit eins! Thomas Rodney (24, Mitte) bejubelte seinen Touchdown.  © STEPHEN MATUREN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Die Voraussetzungen hätten eigentlich gar nicht besser sein können. Die NFL passte im Zuge der Weihnachtszeit den Spielplan an und gab den Vikings am Samstagmittag (Ortszeit) das erste Spiel des Tages. Bereits vor dem Spiel war klar, dass Minnesota mit einem Sieg die NFC-North-Division gewinnen können und damit sicher in den Playoffs stehen würden.

Es gab sicherlich nicht viele Fans der Vikings, die an diesem Samstag nur annähernd daran zweifelten. Wären da nicht Matt Ryan (37) und die Indianapolis Colts gewesen ...

Denn die erwischten den perfekten Start in diese Begegnung und gaben den Vikings in Halbzeit eins eine Ohrfeige nach der anderen. Die müssen richtig geklatscht haben, denn Minnesota gelang in dieser ersten Hälfe der Partie rein gar nichts! Magere drei First Downs erreichte Quarterback Kirk Cousins (34) mit seiner Offense. Die Vikings verloren im ersten und zweiten Quarter insgesamt zweimal den Ball durch eigene individuelle Fehler.

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Erst verlor Dalvin Cook (27) das Ei aus den Händen und schenkte den Ballbesitz wieder her, wenig später warf Quarterback Cousins das Leder genau in die Arme eines Verteidigers. Die Vikings kamen in der ersten Spielhälfte kein einziges Mal (!) in die Red Zone (Zone innerhalb der 20 Yards, in der Punkte als sehr wahrscheinlich gelten).

Alle hielten das Spiel für verloren, außer Vikings-Headcoach Kevin O'Connell!

Vikings-Headcoach Kevin O'Connell (37, r.) diskutierte mit dem Schiedsrichter. Er fand genau die richtigen Worte an seine Mannschaft.
Vikings-Headcoach Kevin O'Connell (37, r.) diskutierte mit dem Schiedsrichter. Er fand genau die richtigen Worte an seine Mannschaft.  © STEPHEN MATUREN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Zugegeben: Es dürfte einige Fans der Vikings gegeben haben, die nach dem desolaten Rückstand von 0:33 zur Pause überlegt haben, was sie an diesem Samstag noch so machen könnten.

Hätte man zu diesem Zeitpunkt wirklich noch dran geglaubt, dass die Vikings das Spiel drehen, hätte man vermutlich viel Geld gewinnen können. Man wäre allerdings sehr wahrscheinlich auch für verrückt erklärt worden.

Sei es drum. Egal, was Vikings-Headcoach Kevin O'Connell (37) seinen Spielern in der Halbzeit gesagt, oder zu trinken gegeben hat - es war ein Wundermittel!

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Die Wikinger spielten wie ausgewechselt und man fragte sich, ob in der Offensiv und Defensive wirklich dieselben elf Mann auf dem Feld standen, wie in Halbzeit eins. Hatte man in der ersten Halbzeit 33 Punkte zugelassen, waren es im zweiten Abschnitt nur drei magere Pünktchen für die Colts!

Minnesota hingegen brachte endlich mal die Power der Offense mit Ausnahme-Receiver wie Justin Jefferson (23) aufs Feld.

Minnesota Vikings mit einem Wunder in der zweiten Halbzeit - NFL erlebt Rekordspiel!

Der große Moment des Spiels: Dalvin Cook (27, r.) lief den Ball in die Endzone für den noch fehlenden Touchdown zum Ausgleich!
Der große Moment des Spiels: Dalvin Cook (27, r.) lief den Ball in die Endzone für den noch fehlenden Touchdown zum Ausgleich!  © STEPHEN MATUREN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Den Vikings gelangen im zweiten Abschnitt auf einmal 23 First Downs. Sie kamen viermal in die Red Zone und erzielten dabei vier Touchdowns. Die Colts hingegen waren vollkommen von der Rolle. Sechs First Downs und kein einziges Mal die Red Zone erreicht. Mehr als drei Punkte kamen in der zweiten Halbzeit nicht bei rum, auch weil die Defense der Vikings fast nichts mehr zuließ.

Minnesota war mittlerweile wie in einem Rausch und zeigte offensiv einen munteren Mix aus Pass- und Laufspiel. Cousins warf alleine nach der Halbzeit Pässe für 400+ Yards. Das gelang zuletzt einem Spieler im Jahr 1991.

Größter Aufreger in der Partie: Als die Hausherren immer mehr das Momentum auf ihre Seite zogen, gelang auch in der Defense ein sogenanntes Big Play. Die Colts, in Person von Deon Jackson (23), verloren den Ball aus der Hand. Viking Chandon Sullivan (26) nahm das Ei auf und lief bis in die Endzone - Touchdown! Pustekuchen: Die Schiedsrichter hatten den Spielzug bereits abgepfiffen, weil sie dachten, dass Jackson bereits auf dem Boden war. Die Wiederholung widerlegte das klar. Besonders bitter: Bereits in der Vorwoche bekamen die Vikings einen Touchdown aufgrund einer Fehlentscheidung geklaut.

Der Moment, als das Wunder perfekt war! Greg Joseph (28, Nr. 1) verwandelte das Field Goal zum Sieg für die Vikings!
Der Moment, als das Wunder perfekt war! Greg Joseph (28, Nr. 1) verwandelte das Field Goal zum Sieg für die Vikings!  © STEPHEN MATUREN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

Minnesota ließ sich davon aber nicht abhalten, marschierte weiter nach vorne und erzielte den noch nötigen Touchdown samt gültigem zwei-Punkte-Versuch zum 36:36 unentschieden. Das bedeutete: Overtime. Dort ging es hin und her. Beiden Teams gelang es nicht direkt, Punkte zu erzielen und damit das Spiel zu gewinnen. Bis die Vikings erneut in Ballbesitz kamen und die Stunde von Kicker Greg Joseph (28) schlug. Aus 40 Yards versenkte er den Ball zwischen die Torpfosten und sicherte seiner Mannschaft den Sieg und die NFC-North-Meisterschaft, gleichbedeutend mit dem Einzug in die Playoffs.

Es war ein Spiel für die Rekordbücher. Noch nie in der Geschichte der NFL hat ein Team einen derartigen Rückstand von 33 Punkten jemals in einen Sieg ummünzen können. Der Leidtragende in dieser Begegnung war auch diesmal wieder Colts-Quarterback Matt Ryan, der es wie schon beim Super Bowl 51 nicht schaffte, einen riesigen Vorsprung über die Zeit zu bringen ...

Titelfoto: STEPHEN MATUREN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

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