"Absolut scheiße": Deutscher Darts-Star verteidigt Kollegen mit Zähnen und Klauen
Frankfurt am Main - Starke Leistung, klare Ansage! Deutschland ist mit einem deutlichen und überzeugenden 4:0-Sieg gegen die Philippinen in den World Cup of Darts 2026 gestartet. Dabei gab es im Vorfeld reichlich Diskussionen über die Teilnahme von Ricardo Pietreczko (31), der zuletzt im Formtief steckte. Kollege Martin Schindler (29) stellte sich aber entschieden vor seinen Partner.
"Ich muss sagen, ich finde das wirklich echt anmaßend und auch, wenn man so sagen darf, absolut scheiße, dass Leute von draußen sich das anmaßen, über diese Situation zu urteilen", sagte der gebürtige Strausberger bei der Pressekonferenz nach dem Auftakterfolg.
Mit einem starken Average von 101,9 Punkten ließ das deutsche Duo gegen Alexis Toylo (34) und Paolo Nebrida (31) wenig Zweifel aufkommen. Es war der beste schwarz-rot-goldene Schnitt in der Geschichte des Turniers.
Zwar brillierte insbesondere Schindler mit sagenhaften 120,69 Punkten, doch auch "Pikachu" als deutsche Nummer zwei überzeugte in den richtigen Momenten. Der Berliner hatte erst kürzlich von seinen "Dartitis"-Symptomen berichtet und zeigte daher auf der Tour teilweise katastrophale Leistungen mit Averages in den 60ern.
"Es ist nicht so, dass Ricardo das mit Absicht macht - ganz im Gegenteil. Ricardo kämpft dagegen und ich finde das sehr, sehr toll und ich habe dafür auch Respekt, dass er dagegen kämpft", unterstrich Schindler.
Ricardo Pietreczko bekämpft seine "Dartitis" mit einem Mentalcoach
In der Weltrangliste belegt Pietreczko trotzdem noch den 35. Platz und ist somit die designierte Nummer zwei hinter Schindler (19.). Aufgrund der Probleme wurden jedoch auch Stimmen laut, die Niko Springer (25, 42. Platz) eine Teilnahme gewünscht hätten.
"Er hat sich diesen Platz verdient", stellte Schindler jedoch hinsichtlich der Nominierung seines Kollegen klar.
Im Interview mit dem SID verriet "The Wall" unmittelbar vor dem Turnierstart zudem, dass Pietreczko inzwischen mit einem Mentalcoach zusammenarbeite, um so wieder in die Spur zu finden.
Er habe seinem Nationalteam-Kollegen auch persönlich von der "Dartitis" berichtet. Dabei handelt es sich um eine mentale Blockade, die das Abwerfen der Pfeile beeinflusst und schon viele Darts-Größen wie Mensur Suljovic (54), Mervyn King (60) oder Scott Williams (36) erwischt hat.
"Ich habe davon erst durch Ricardo erfahren. Ich habe das erst gar nicht als Problem wahrgenommen. Er hat mir dann gesagt, dass er Probleme damit hat, den dritten Dart loszulassen. Aus diesem dritten Dart sind dann alle drei Darts geworden", erklärte Schindler dem SID.
Titelfoto: Hannes P. Albert/dpa

