Emotionales Video: Darts-Star unfreiwillig "in den Ruhestand geschickt"

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Heemskerk (Niederlande) - Ab sofort dürfen Transfrauen im Darts nicht mehr an reinen Frauenturnieren teilnehmen. Die Nachricht trifft besonders Darts-Star Noa-Lynn van Leuven (29) hart, die selbst von dieser neuen Regelung betroffen ist.

Transfrauen wie Noa-Lynn van Leuven (29) dürfen in Zukunft nicht mehr an Frauenturnieren teilnehmen.
Transfrauen wie Noa-Lynn van Leuven (29) dürfen in Zukunft nicht mehr an Frauenturnieren teilnehmen.  © John Walton/PA Wire/dpa

"Ich habe gerade eine E-Mail bekommen. Anscheinend bin ich gerade in den Ruhestand geschickt worden", sagte die sichtlich emotionale van Leuven in einem Instagram-Video: "Nicht freiwillig, sondern weil ich nicht länger teilnehmen darf."

Am Donnerstagabend gab die Darts-Dachorganisation DRA eine neue Richtlinie heraus, nach der in Zukunft nur noch biologische Frauen an Frauenturnieren teilnehmen dürfen, der Weltverband PDC übernahm diese Regelung.

"Das bedeutet im Grunde genommen, dass ich raus bin", betonte van Leuven, die auf der PDC Women's Series bisher sechs Turniere gewonnen hatte.

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"Ich habe jahrelang so verdammt hart gearbeitet, nur um hierherzukommen, ich bin präsent gewesen, ich bin angetreten, ich habe den Sport respektiert, jedes Spiel, jedes Turnier. Und jetzt?", fragte die 29-Jährige.

Noa-Lynn van Leuven: "Wir wollen einfach nur sein"

Bei gemischtgeschlechtlichen Turnieren wie der Darts-WM darf van Leuven weiterhin antreten.
Bei gemischtgeschlechtlichen Turnieren wie der Darts-WM darf van Leuven weiterhin antreten.  © Steven Paston/PA Wire/dpa

"Mit nur einer Entscheidung wird mir gesagt, dass ich nicht mehr dazu gehöre", beklagte sich die Niederländerin, der es dabei aber nicht nur um sich selbst gehe: "Das ist ein weiterer harter Schlag für die Trans-Community, besonders nach der Entscheidung, die das IOC kürzlich getroffen hat."

Vor wenigen Wochen kündigte auch das Internationale Olympische Komitee an, dass ab den kommenden Olympischen Spielen nur noch biologische Frauen in der Frauenkategorie antreten dürfen. Dafür müssen sich die Athletinnen vor dem Start der Spiele einem Geschlechtstest unterziehen.

"Jeden Tag wird es schwieriger und schwieriger für Transpersonen, einfach nur zu existieren, an Wettkämpfen teilzunehmen", sagte van Leuven: "Ihr glaubt, es endet mit mir? Tut es nicht. Wir wollen doch einfach nur sein."

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Ganz vorbei muss ihre Karriere aber nicht sein, bei gemischten Turnieren darf van Leuven weiterhin antreten.

Komplett chancenlos ist die Niederländerin dabei nicht: Als erste Frau überhaupt gewann sie 2024 einen Titel bei einem gemischtgeschlechtlichen PDC-Event, zweimal qualifizierte sie sich bereits für die WM im Ally Pally.

Titelfoto: Bildmontage: John Walton/PA Wire/dpa, Screenshot/Instagram/@noalynn180

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