Ex-Profi sicher: Darts-Superstar Littler hält "Deutschland für ein schreckliches Land"
Deutschland - Die Hallen werden voller, das Preisgeld immer höher, der Dartssport boomt - eigentlich. Denn ausgerechnet jetzt lassen immer mehr Top-Stars die Turniere der European Tour sausen und einige Fans damit enttäuscht zurück. Ist etwa Deutschland an dieser Misere schuld?
Das vermutet jedenfalls Ex-Profi Vincent van der Voort (50) in seinem Podcast "Darts Draait Door". Zumindest, wenn es um die Absagen von Weltmeister Luke Littler (19) geht.
"Littler hat bereits gesagt, dass er Deutschland für ein schreckliches Land hält", so der 50-Jährige. "Aber damit hast du ein Problem, denn dort finden die meisten Turniere der European Tour statt. Da taucht er ohnehin standardmäßig nicht auf. Also kommt dein allerbester Spieler schon nicht oft."
Ganz so deutlich wurde "The Nuke" noch nicht, seinen Unmut über das Publikum in der Bundesrepublik gab der 19-Jährige jedoch tatsächlich bereits häufiger zu Protokoll. Vergangenes Jahr erklärte er, dass er Turniere hierzulande künftig eher meiden wolle.
Zuletzt beschwerten sich auch Gerwyn Price (41) oder Cameron Crabtree (22) über die Bedingungen in Deutschland. Gary Anderson (55) und Jonny Clayton (51) kritisierten jüngst die Reisebedingungen auf der European Tour allgemein und drohten sogar mit einem gänzlichen Boykott.
Dieses Jahr macht die European Tour unter anderem noch in Dortmund, Bremen, Jena, Hildesheim, Köln und Lingen halt.
Die European Tour leidet unter den Absagen der Top-Stars
"Es ist auch ein bisschen das Jahr der Absagen. Und das passiert ausgerechnet in dem Moment, in dem das Preisgeld durch die Decke geht. Seltsam, oder?", fragte sich van der Voort zu der Entwicklung.
"Dass sie die Players Championships auslassen, ist nicht so dramatisch. Das sind die kleinsten Turniere, das muss nicht sein. Aber die European Tour lebt natürlich weiterhin davon, dass das Publikum erwartet, dass alle dabei sind", so der Niederländer weiter.
Gänzlich an Deutschland, seinen pfeifenden Fans und heißen Hallen dürfte der Trend dennoch nicht liegen. Auch bei der World Series mit den anstehenden Australian Darts Masters am Wochenende haben einige Elitewerfer - darunter Littler, Luke Humphries (31) und Michael van Gerwen (37) - schon abgesagt.
Mit den höheren Preisgeldern, insbesondere bei den Highlight-Events, können die Top-Spieler mehr selektieren, ohne in der Weltrangliste zu stark einzubüßen. Darunter leide laut van der Voort aber vor allem die erste Jahreshälfte zwischen WM und Premier League.
"Am Ende willst du als Veranstalter die besten Spieler haben. Jetzt hast du fast die Situation, dass du denkst: Wenn dein European-Tour-Event im ersten Halbjahr liegt, bin ich als Zuschauer der Gelackmeierte", erklärte der 50-Jährige. "Das ist natürlich eine schlechte Entwicklung."
Titelfoto: HannBildmontage: P. Albert/dpa, David Inderlied/dpa

