Ex-Profi ermahnt Darts-Wunderkind: Littler soll "kurz die Hosen runterlassen"

London - Darts-Wunderkind Luke Littler (18) steht ganz kurz vor seinem zweiten WM-Triumph und geht am Samstagabend (21.15 Uhr) als großer Favorit ins Finalduell gegen Gian van Veen (23). Doch sein herausragendes Turnier wird von einer unschönen Fehde mit dem Publikum im Londoner Alexandra Palace begleitet. Ein Ex-Profi rät ihm zu einer Entschuldigung.

Nach dem Achtelfinale befeuerte Luke Littler (18) seine Fehde mit den Zuschauern im Ally Pally.  © John Walton/PA Wire/dpa

Im Halbfinale gegen Ryan Searle (38) musste "The Nuke" erneut vereinzelte Buhrufe und Pfiffe ertragen, allerdings wurde er für seinen grandiosen Auftritt zeitweise auch mal wieder frenetisch gefeiert.

Mit eiserner Miene nahm der Youngster jegliche Regungen der Zuschauer entgegen, lächelte nur ab und an süffisant in die Reihen - eine echte Versöhnung mit den Fans gelang vor seinem dritten Endspiel bei der dritten WM-Teilnahme nicht wirklich.

"Er muss wirklich aufpassen. Gegen zwei Dinge kannst du in deiner Karriere nicht gewinnen: die Presse und das Publikum", erklärte Vincent van der Voort (50) dazu in der neuesten Ausgabe seines Podcasts "Darts Draait Door".

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Littler befeuerte die seit Monaten angespannte Stimmung zwischen ihm und den Anhängern, die sich immer häufiger auf die Seite der Underdogs stellen, nach dem Achtelfinale gegen Rob Cross (35) mit dem flapsigen Spruch, dass auch die buhenden Zuschauer sein Preisgeld bezahlen würden.

"Er sollte eigentlich mit einem Statement rausgehen, dass es nicht so gemeint war. Kurz die Hosen runterlassen", forderte van der Voort. "Aber das wird er wahrscheinlich nicht machen."

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Darts-Weltmeister Luke Littler (18) legt sich immer wieder mit den Fans an.  © John Walton/PA Wire/dpa

Werden Pfiffe gegen Luke Littler bald zur Gewohnheit?

Vincent van der Voort (50) hat seine eigene Darts-Karriere kurz vor der WM offiziell beendet.  © Kieran Cleeves/PA Wire/dpa

Der Niederländer findet das Verhalten der Nummer eins der Welt alles andere als clever. "Das Beste, was er tun kann, ist zu sagen, dass es eine dumme Aussage im Eifer des Gefechts war", so der 50-Jährige weiter.

Der jüngste Darts-Weltmeister aller Zeiten musste in den vergangenen Monaten schon häufiger Gegenwind verkraften, vor allem außerhalb Großbritanniens. Jetzt scheint die Stimmung aber auch in seiner Heimat umgesprungen zu sein, worauf der 18-Jährige immer häufiger mit Trotz reagiert.

Der frühere Profi rief Littler eindringlich dazu auf, dem schleunigst entgegenzuwirken: "Irgendwann trifft es dich, das haben auch Gerwyn Price, Mervyn King und Paul Nicholson gezeigt. Solange es läuft, hast du keine Probleme. Doch wenn es einmal nicht läuft, passiert es eben. Price ist auch geknickt."

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Mit der aktuellen Dynamik könnte dem Teenager die Situation laut van der Voort schon ganz früh in seiner Karriere entgleiten: "Am Ende wird es zum Programm, Littler auszupfeifen", prophezeite der "Dutch Destroyer". "Die Presse und das Publikum sind nicht dein Feind. Dein Feind steht auf der Bühne und den musst du schlagen. Das ist das Einzige."

Womöglich ringt sich Littler zum Finale zu versöhnlichen Worten durch, die mit der Trophäe in der Hand wahrscheinlich noch leichter über die Lippen kommen würden.

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