Auf Aufstiegskurs: Ex-RB-Talent startet in der 3. Liga durch!

Mannheim - Mit ein paar Jahren Verspätung scheint Fridolin Wagner endlich sein Talent beständig auf die Platte zu bringen. Der heute 25-Jährige musste dafür nach der Abmeldung von RB Leipzigs U23 einige Irrwege gehen.

Der gebürtige Leipziger Fridolin Wagner (25, l.) war sechs Jahre in der Jugend für RB Leipzig unterwegs. (Archivbild)
Der gebürtige Leipziger Fridolin Wagner (25, l.) war sechs Jahre in der Jugend für RB Leipzig unterwegs. (Archivbild)  © Picture Point/ R. Petzsche

Es ist erst wenige Wochen her, als Max Eberl (49) im Rahmen eines Fan-Stammtisches die Überlegung äußerte, künftig wieder eine zweite Mannschaft der Roten Bullen zu melden.

Die Absicht hinter der Idee von Leipzigs neuem Sport-Geschäftsführer ist klar: Die Durchlässigkeit der Talente aus der RB Leipzig-Fußballakademie soll drastisch erhöht werden.

Denn aktuell gibt es gerade einmal fünf ehemalige Jugendspieler, die sich bis in die Bundesliga hochgearbeitet haben: Augsburgs Ermedin Demirovic (24), Schalke-Leihgabe Tom Krauß (21), Julien Chabot (25) und Eric Martel (20) vom 1. FC Köln und Stuttgarts Nummer 2 Fabian Bredlow (28).

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Ein weiteres früheres RB-Talent, das noch nicht den Sprung ins Oberhaus des deutschen Fußballs geschafft hat, ist Fridolin Wagner.

Der variable Mittelfeldspieler musste Leipzigs U23 nach dessen Einstellung in der Sommerpause 2017 verlassen, der Schritt zu den Profis wäre zu groß gewesen.

Ab da begann die wilde Fahrt durch die Republik: Zwickau, Bremen II, Münster, Uerdingen, Mannheim. Überwiegend 3. Liga, es ist Wagners fünfte Saison in dieser Spielklasse.

Fridolin Wagner ist bei Waldhof Mannheim endlich angekommen

Wagner (l.) voll in seinem Element - der Mannheimer grätscht im Spiel gegen Aue einen Ball ab.
Wagner (l.) voll in seinem Element - der Mannheimer grätscht im Spiel gegen Aue einen Ball ab.  © PICTURE POINT / S. Sonntag

Vor dem 26. Spieltag in Bayreuth steht der gebürtige Leipziger bei 133 Liga-Einsätzen. Eine starke Bilanz für einen 25-Jährigen könnte man meinen. Andererseits sollte die 3. Liga für den variablen Mittelfeldspieler nicht das Endziel sein.

Wagner hängt gewissermaßen in der Spielklasse fest. Irgendwo logisch, wenn man jedes Jahr den Verein wechseln muss. Denn mit Bremen, Münster und Uerdingen stieg er dreimal aus der 3. Liga ab.

Anschließend folgte für den ehrgeizigen Wagner stets der Vereinswechsel im Sinne der Karriere. Doch bei Mannheim scheint es endlich dauerhaft zu passen. In seiner zweiten Saison hat er sich als Stammkraft etabliert.

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Außerdem sind die Kurpfälzer strukturell und personell deutlich solider aufgestellt als einige seiner Ex-Klubs. Vor Beginn des Spieltags rangieren die Waldhöfer auf Platz 5, der Rückstand auf den letzten direkten Aufstiegsplatz beträgt nur fünf Zähler.

Allein im Jahr 2023 holte man 16 Punkte aus acht Partien. Eine gute Bilanz, zu der im gehörigen Maß auch Fridolin Wagner beitrug. Drei Tore erzielte der Mann, der sich im zentralen Mittelfeld am wohlsten fühlt, schon in diesem Kalenderjahr - zuletzt am Montag beim furiosen 2:1-Sieg über Spitzenreiter SV Elversberg.

Vertragsverlängerung für Fridolin Wagner

Noch wichtiger sind seine defensiven Fähigkeiten: Team- wie Liga-intern gehört er nicht nur zu den stärksten Zweikämpfern, sondern auch zu den besten Ballgewinnern. Seit dem Herbst ist Wagner quasi unentbehrlich, in 2023 verpasste er ganz und gar nur 21 Spielminuten. Damit hat er schon jetzt seine Einsatzzeiten aus der Vorsaison übertroffen.

Der Lohn: Mannheim einigte sich mit Wagner auf eine Verlängerung seines Vertrages. Tim Schork (32), Mannheims Geschäftsführer Sport, führt aus: "Frido hat sich in seiner Zeit bei uns stetig weiterentwickelt. Gerade in dieser Saison zeigt er uns, wie wichtig er für unser Spiel und auch abseits des Platzes ist."

Auch wenn die Vertragslaufzeit unbekannt ist, scheint es nicht unwahrscheinlich, dass Wagner auf Umwegen in Zukunft eine Liga höher zu sehen sein könnte.

Titelfoto: Bildmontage: PICTURE POINT/ R. Petzsche

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