"Bienenschwarm"-Debatten mit dem Schiri: Unparteiische werden das "konsequent ahnden"

München - Der deutsche Spitzenschiedsrichter Felix Brych (47) hat negative Tendenzen im Miteinander auf dem Spielfeld ausgemacht.

Allein gegen alle: Schiedsrichter müssen sich auf dem Platz nicht rechtfertigen - das schützt jedoch nicht vor den Diskussionen. (Archiv)
Allein gegen alle: Schiedsrichter müssen sich auf dem Platz nicht rechtfertigen - das schützt jedoch nicht vor den Diskussionen. (Archiv)  © Daniel ROLAND / AFP

"Ich finde schon, dass es neue Verhaltensweisen der Spieler gibt, die den Schiedsrichter nach Entscheidungen ein bisschen wie ein Bienenschwarm umringen und versuchen, ihn in die Review-Area zu drängen", sagte der 47-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

"Das haben wir in der Winterpause besprochen. Wir haben beschlossen, dass wir solche Unsportlichkeiten nicht akzeptieren wollen. Darauf werden wir wieder stärker achten - und werden es auch sanktionieren."

Zuletzt waren auch zwei Trainer mit Platzverweisen bedacht worden. Der Mainzer Coach Bo Svensson hatte bei der Pokal-Niederlage gegen den FC Bayern die Rote Karte gesehen. Für Freiburgs Trainer Christian Streich gab es bei der Liga-Niederlage in Dortmund Gelb-Rot.

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"Auch das Trainerverhalten fällt in den Bereich der Unsportlichkeiten. Uns ist aufgefallen, dass Unsportlichkeiten auch in diesem Bereich zugenommen haben, dass das Verhalten uns Schiedsrichtern gegenüber ein bisschen fordernder oder aggressiver geworden ist. Auch solche Unsportlichkeiten wollen wir konsequent ahnden", sagte Brych.

DFB-Schiedsrichter-Chef Lutz Michael Fröhlich (65) wies auf ein grundsätzlich gutes Miteinander von Trainern und Unparteiischen hin.

Wenn Emotionalität zur persönlichen Verunglimpfung wird

Der deutsche Spitzenschiedsrichter Felix Brych (47) hat durch seine EM- und WM-Einsätze internationale Erfahrungen gesammelt.
Der deutsche Spitzenschiedsrichter Felix Brych (47) hat durch seine EM- und WM-Einsätze internationale Erfahrungen gesammelt.  © Soeren Stache/dpa

"Insgesamt passt das Verhältnis. Es gibt Reaktionen, darauf folgen konsequente Gegenreaktionen. Damit muss dann der Betroffene leben. Das dürfte doch nichts Weltbewegendes sein", sagte Fröhlich der Deutschen Presse-Agentur.

"Aus der Emotionalität können im Spielverlauf durchaus Konflikte entstehen. Aber wenn die Emotionalität in eine persönliche Verunglimpfung überschwappt, dann muss man auch akzeptieren, dass die entsprechenden Maßnahmen von Schiedsrichterseite getroffen werden", sagte Fröhlich.

In den jüngsten Fällen hätten die Beteiligten die Dinge im Nachgang ausgeräumt. "Wichtig wäre es nur, wenn dann auch mal ein Umdenkprozess insgesamt in Gang käme, dass sich solch ein Verhalten einfach nicht gehört", sagte Fröhlich am Rande einer Veranstaltung des Verbandes Deutscher Sportjournalisten in München.

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Der 65-Jährige wies auf mögliche Auswirkungen auf anderer Ebene hin. "Natürlich färben Vorkommnisse aus dem Profifußball immer ab. Da gibt es einen Vorbildeffekt, daraus resultiert Nachahmung. In den jüngsten Fällen in der Bundesliga haben die Schiedsrichter konsequent auf negative Verhaltensweisen reagiert", sagte Fröhlich.

"Unabhängig von der konsequenten Regelauslegung im Spiel ist ein klärendes Gespräch, mit einem Austausch der Perspektiven zwischen den Schiedsrichtern und den Betroffenen, immer hilfreich."

Titelfoto: Daniel ROLAND / AFP

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