Salzburg (Österreich) - Der tragische und viel zu frühe Tod von Alexander Manninger im Alter von nur 48 Jahren hat die Fußballwelt am Donnerstag erschüttert. Inzwischen haben seine ehemaligen Klubs und Weggefährten in herzzerreißenden Botschaften durchscheinen lassen, wie groß die Lücke ist, die der Ex-Torwart hinterlässt.
Hierzulande bleibt vor allem die Zeit des Österreichers beim FC Augsburg in Erinnerung. Knapp vier Jahre hütete er den Kasten der Fuggerstädter, wobei viele Fans im Netz und auch der Klub selbst im Moment größter Trauer mit einem wehmütigen Lächeln auf seinen gehaltenen Elfmeter im Saisonfinale 2013 beim Sieg gegen Greuther Fürth zurückdachten, der damals entscheidend zum Klassenerhalt des FCA beitrug.
"Alex war nicht nur ein erstklassiger Torhüter, sondern auch ein über die Grenzen hinweg geschätzter und herausragender Mensch, der mit seiner Art unsere Mannschaft und unseren gesamten Klub bereichert hat", erklärte Augsburgs Geschäftsführer Michael Ströll (41) zudem in einem Statement. "Es ist schwer zu begreifen, dass Alex nicht mehr unter uns weilt, gerade da er noch vor Kurzem bei uns war."
International trat Manninger erstmals während seiner Zeit beim FC Arsenal in England in Erscheinung. Nach seinem Wechsel vom Grazer AK fungierte er als Ersatzmann für Keeper-Legende David Seaman (62) und holte mit den Gunners direkt in der ersten Saison 1997/98 das Double.
"Es war ein Privileg, an der Seite dieses wunderbaren Menschen zu wandeln und so tolle Erinnerungen zusammen zu machen", trauerte Seaman in einem Instagram-Beitrag.
Gianluigi Buffon schwärmt von Ex-Kollege Alexander Manninger
"Er war ein unglaublicher Torwart, ein brillanter Teamkollege, Trainingspartner und ein großartiger Angelfreund!", fügte der 75-fache englische Nationaltorwart an.
Wie "Bild" berichtet, könnte sich Manninger ausgerechnet auf dem Weg zum Angeln befunden haben, als ein Zug der Salzburger Lokalbahn seinen VW-Minivan erfasste und mehrere Meter mitschleifte. Eine Obduktion soll nun klären, ob dem Unfall ein medizinischer Notfall vorausgegangen war.
Nach seiner Zeit in Nordlondon fungierte Manninger von 2008 bis 2012 bei Juventus Turin auch noch als Backup einer weiteren Ikone der Torhüter-Zunft: Gianluigi Buffon (48).
"Jedes Wort ist überflüssig. Jede Träne wäre nur eine weitere für den Verlust eines Freundes und eines Menschen, den ich immer bewundert habe", schrieb der Italiener zu einem Foto mit seinem Ex-Kollegen auf Instagram. "Du hast dich entschieden, unabhängig von der Hektik der Fußballwelt zu leben und dein Glück in einfachen Dingen zu suchen: ein gesundes Leben im Wald, Angeln, Natur, Familie. Das war deine Überzeugung."
"In einer Welt, die oft gekrümmt und unterwürfig ist, die nach Unterdrückung, Karrierismus und schnellem Geld strebt, hast du stets deine Freiheit verteidigt, hast eine aufrechte Haltung bewahrt und den Stolz eines Jenen gezeigt, der weiß, was er will", schwärmte Buffon von seinem früheren Mitstreiter.
"Du hattest die Kraft, dich von all dem zu distanzieren und uns mit deinem verschmitzten Lächeln anzusehen, als wolltest du sagen: 'Ihr seid alle verrückt, mich werdet ihr niemals kriegen.'", so der bewegende Nachruf des Italieners.