Paris (Frankreich) - Zum zweiten Mal in Folge hat Paris Saint-Germain die Champions League gewonnen. Doch die ausgelassenen Feierlichkeiten in Frankreich blieben nicht überall friedlich: Nach heftigen Ausschreitungen mit verletzten Polizisten, beschädigten Fahrzeugen und Geschäften wurden mehrere hundert Menschen festgenommen.
Nachdem PSG das Elfmeter-Drama gegen den FC Arsenal für sich entschieden hatte, eskalierte die Lage in der französischen Hauptstadt. Während Tausende Personen friedlich den prestigeträchtigen Titel feierten, begaben sich andere auf die Ringautobahn und stoppten den Verkehr.
An anderen Orten in Paris wie der Champs-Élysées wurden Barrikaden errichtet und angezündet, auch eine Bushaltestelle wurde in Brand gesteckt. Unweit des Eiffelturms brannte ein Auto.
Der Nachrichtenagentur AFP zufolge wurden in der Nähe des Parc des Princes eine Bäckerei und ein Restaurant beschädigt, zudem Feuerwerkskörper auf Polizisten geschossen. Demnach hätte Polizisten auf die Wurfgeschosse mit Tränengas reagiert.
Krawalle in Paris: Sieben verletzte Polizisten, mehrere beschädigte Autos und Geschäfte
Innenminister Laurent Nuñez (62) bezeichnete die Krawalle auf einer Pressekonferenz in der Nacht als "komplett inakzeptabel". In Paris seien fast 300 Personen festgenommen worden, auch in anderen Landesteilen wurden Menschen in Gewahrsam genommen.
Nuñez sprach von insgesamt 416 festgenommenen Personen, die Zahl könne aber im Laufe des Tages noch steigen, und berichtete von sieben verletzten Polizisten, sechs beschädigten Fahrzeugen sowie zwei Geschäften.
Schon im vergangenen Jahr, nach dem ersten Königsklassen-Sieg der Pariser, hatte es Krawalle in Frankreich gegeben, damals waren sogar zwei Menschen gestorben.
Entsprechend sei man in diesem Jahr vorbereitet gewesen, sagte der Innenminister, es seien landesweit 20.000 Polizisten im Einsatz gewesen. Man habe ein "sehr robustes, sehr solides Sicherheitskonzept" gehabt, um die Gewalt einzudämmen und eine friedliche Feier zu ermöglichen.