Dresden - Erst 26 und schon so viel gewonnen und schon so lang dabei. Giulia Gwinn vom FC Bayern bestreitet am Dienstag (17.45 Uhr/ARD) zum Auftakt der WM-Quali im Rudolf-Harbig-Stadion ihr 69. Länderspiel, das 20. als Kapitänin. Es wären noch deutlich mehr, hätte sie sich nicht immer wieder schwer verletzt. Einmal eben auch in Dresden.
4. Oktober 2022: Zur PK in der Gläsernen Manufaktur vor dem WM-Quali-Spiel gegen Frankreich gab sie Auskunft, sie lächelte, war gut drauf, freute sich auf das erste Spiel nach dem großen, aber verlorenen EM-Finale drei Monate zuvor gegen England.
Zwei Tage später verkündete die damalige Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg (58) ihr Aus. Kreuzbandriss im Training in Dresden, ihr zweiter schon. Sie fiel für die WM 2023 aus. Bitter!
Dabei ist Elbflorenz für sie ein gutes Pflaster. "Wir haben in Dresden eigentlich immer gewonnen, mit dem DFB und auch mit den Bayern. Zuletzt im Sommer 2024 den Supercup gegen Wolfsburg. Von daher habe ich sportlich eigentlich gute Erinnerungen an das Stadion. Das ist cool, die Atmosphäre war immer toll. Es waren stets viele Zuschauer", sagt Gwinn über das Rudolf-Harbig-Stadion.
"Ich habe mich hier immer wohlgefühlt." Doch dann hebt sie den Zeigefinger und macht ihre Anmerkung: "Der Oktober 2022 war natürlich nicht so gut. Da war ich beim Spiel schon gar nicht mehr vor Ort."
Giulia Gwinn hat mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft "ein großes Ziel vor Augen"
Daran denkt sie nicht mehr zurück, es ist ja auch fast dreieinhalb Jahre her. Gwinn blickt nach vorn.
Sie will ihr Team als Kapitänin zur WM 2027 nach Brasilien führen. Dresden soll der erste Schritt dorthin werden. Der zweiten soll am 7. März in Stavanger gegen Norwegen folgen.
"Wir haben ein großes Ziel vor Augen jetzt. Es ist immer cool, wenn es Spiele sind, in denen es um etwas geht", so Gwinn. Das sportlich gute Pflaster Dresden soll dabei helfen.