Frankfurt am Main - Die Nationalmannschaft hat 72 Tage vor der WM in Kanada, Mexiko und den USA trotz eines 2:1-Erfolgs gegen Ghana noch Luft nach oben. Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt hat hingegen einen großen Schritt gemacht.
Der 22 Jahre alte Defensivakteur der Hessen stand am Montagabend zum dritten Mal im DFB-Dress auf dem Rasen und machte dabei eine gute Figur.
Brown, der erstmals von Beginn an dabei war und dem von Bundestrainer Julian Nagelsmann (38) ein "extremes Potenzial" attestiert wurde, überzeugte defensiv wie offensiv als linker Außenverteidiger, zog bei Ballbesitz auch immer wieder ins Zentrum.
Insgesamt 61 Minuten waren es, die er auf dem Feld stand. Drei von vier Zweikämpfen konnte Brown in dieser Stunde für sich entscheiden, war bei Konterversuchen der Gäste zur Stelle und wirkte fokussiert, variabel und generell präsent.
Er sorgte unter anderem dafür, dass 75-Millionen-Mann Antoine Semenyo (26) von Manchester City wenig Spaß am Länderspiel in der Stuttgarter MHP Arena hatte. 97 Prozent seiner Pässe kamen an.
Nagelsmann gefiel, was er gesehen hatte. Brown habe "top gespielt", lobte der Bundestrainer. "Er hat es richtig gut gemacht." Der Eintracht-Youngster habe gegen Ghana "ein paar schwere Bälle bekommen", welche er dann allerdings "super verarbeiten" konnte. Ebenfalls hob der 38-Jährige den "unfassbaren Speed" und die Kreativität Browns hervor.
Nathaniel Brown von Eintracht Frankfurt mit ausgezeichneten Chancen auf WM-Teilnahme im Sommer
Auch zwischenmenschlich scheint es zu passen. "Es ist extrem angenehm, mit ihm zu arbeiten", befand Nagelsmann. "Er ist ein ganz, ganz lieber Mensch."
Brown sei "sehr offen", versuche außerdem stets, gut zuzuhören und sich als Spieler zu entwickeln.
Dem 22-Jährigen dürften diese Worte runtergehen wie Öl. Und ebendiese gehen sicherlich einher mit einem großen Schritt in Richtung WM im Sommer, den Brown am Montagabend, aber offenbar auch bereits in den Trainingseinheiten und Gesprächen im Kreise der DFB-Truppe gemacht haben sollte.
Maximilian Mittelstädt (29) vom VfB Stuttgart, der wohl größte Konkurrent im Kampf um den Platz bei der Endrunde, stand trotz einer ansprechenden Form nicht im deutschen Kader, dürfte das WM-Duell mit Brown wahrscheinlich verloren haben.
An David Raum (27, RB Leipzig) scheint im Kampf um den Stammplatz links hinten zwar kein Vorbeikommen zu sein, damit dürfte Brown allerdings leben können. Denn: Setzt der Frankfurter seine Entwicklung fort, steht ihm auf lange Sicht eine großartige Zukunft bevor. Den endgültigen Kader für das Turnier wird Nagelsmann am 12. Mai verkünden.