DFB: Gemischte Teams im Fußball - in Bremen erlaubt, in Hamburg nicht

Hamburg - Bereits seit Juni 2022 erlaubt es der DFB, Frauen und Männern im Amateurbereich gemeinsam in einer gemischten Mannschaft anzutreten. Doch was in Bremen und Niedersachsen möglich ist, sucht man in Hamburg und Schleswig-Holstein vergebens.

Dürfen in Hamburg und Schleswig-Holstein nicht am Ligabetrieb der Männer teilnehmen: Fußballerinnen. (Symbolbild)
Dürfen in Hamburg und Schleswig-Holstein nicht am Ligabetrieb der Männer teilnehmen: Fußballerinnen. (Symbolbild)  © Christoph Soeder/dpa

Anfang Dezember war es so weit: In der Partie SSV Didderse gegen FSV Adenbüttel Rethen II betritt Cindy Strümpfler in der 85. Minute den Platz - und konnte so noch fünf Minuten mit ihren zehn männlichen Teamkameraden kicken. "Historisch" nannte diesen Moment die Braunschweiger Zeitung.

Und in der Tat, Strümpfler ist zu diesem Zeitpunkt eine der ersten Spielerinnen in Niedersachsen gewesen, die bei einem offiziellen Ligaspiel als Teil einer gemischten Mannschaft auf dem Platz standen.

Nur drei Tage zuvor hatte der Niedersächsische Fußballverband (NFV) seine Satzung diesbezüglich geändert. Möglich gemacht hatte das der DFB bereits im Sommer vergangenen Jahres. Seitdem dürfen ab der Oberliga abwärts gemischte Mannschaften auf dem Platz stehen.

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So wie die zweite Mannschaft des FSV Adenbüttel es tat, als Cindy Strümpfler in einem Spiel der Kreisklasse Gifhorn, Staffel 2, das Feld betrat.

Gemischte Fußballmannschaften: Möglichkeit für Frauen, den Sport auszuüben

Viola Odebrecht (damals 28) vom VfL Wolfsburg mit Meisterschale und Kolleginnen im Triple-Jahr 2013. Sechs weitere Meisterschaften und neun Pokalsiege kamen seitdem dazu.
Viola Odebrecht (damals 28) vom VfL Wolfsburg mit Meisterschale und Kolleginnen im Triple-Jahr 2013. Sechs weitere Meisterschaften und neun Pokalsiege kamen seitdem dazu.  © Peter Steffen/dpa

Warum man sich in Niedersachsen dazu entschlossen hat, seine Regeln zu ändern, erklärte Helge Kristeleit vom NFV kürzlich gegenüber der taz mit den kaum vorhandenen Spielmöglichkeiten für Frauen in dem Bundesland. "Wir wollen diesen Weg mitgehen, damit die Frauen möglichst einfach und ohne weite Wege Fußball spielen können."

Denn mit rund 850 gemeldeten Frauenfußbaumannschaften gebe es in Niedersachsen sechsmal weniger als Herrenmannschaften, so die Zeitung. Frauen müssen also, wenn sie denn einen Verein gefunden haben, oft weite Wege zurück legen. Die neuen Regeln sollen das ändern.

Fußballerinnen können so nicht nur mehr Trainings- und Spielmöglichkeiten verschafft werden, auch kurzfristige Ausfälle von Spielern können dank der neuen Regelung besser kompensiert werden.

Gemischte Fußballmannschaften: In Bremen erlaubt, in Hamburg nicht

Möglich sind gemischte Mannschaften als Teil dieses Pilotprojektes des DFB in Norddeutschland auch in Bremen, in Schleswig-Holstein und Hamburg allerdings nicht. In Hamburg gebe es genug Fußballmannschaften für Frauen, ist aus dem Fußballverband des Stadtstaates zu hören.

Der geringen Anzahl an Vereinen, die Frauenmannschaften zum Spielbetrieb angemeldet haben und des immer weiter sinkenden Interesses von Mädchen und Frauen, den Sport auszuüben - trotz der Einschaltquoten in Millionenhöhe, die bei Spielen der Deutschen Fußballnationalmannschaft der Frauen erzielt werden - kann auch diese Regelung nicht entgegenwirken.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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