Spätes Joker-Tor entscheidet: Dieses Team folgt dem FC Bayern ins Pokalfinale

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Von Kristina Puck

Stuttgart - Der VfB Stuttgart fährt wieder nach Berlin. Mit einem packenden 2:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung gegen den SC Freiburg zog der favorisierte Titelverteidiger erneut ins Endspiel des DFB-Pokals ein und fordert am 23. Mai den übermächtig wirkenden FC Bayern heraus. In einem ebenso stimmungsvollen wie umkämpften Halbfinale gegen den Landesrivalen führten Deniz Undav (70. Minute) und Tiago Tomas (119.) den VfB vor 60.000 Zuschauern zum Sieg. 

Deniz Undav (vorn) hatte den Ausgleich für den VfB besorgt.
Deniz Undav (vorn) hatte den Ausgleich für den VfB besorgt.  © Tom Weller/dpa

Damit drehte der VfB nach dem 0:1 von Maximilian Eggestein (28.) die Partie. Unmittelbar vor dem Ausgleich von Undav hatte Yuito Suzuki das 2:0 für die Badener auf dem Fuß - nur 19 Sekunden lagen zwischen der riesigen Chance der Freiburger und dem erfolgreichen Konter der Schwaben, die kurz vor dem Ende der Verlängerung entscheidend jubeln durften. 

Im vergangenen Jahr hatten die Stuttgarter gegen Außenseiter Arminia Bielefeld den ersten Pokal-Triumph seit 28 Jahren gefeiert. Nun schreibt Trainer Sebastian Hoeneß gleich das nächste Pokal-Erfolgskapitel mit dem VfB. Dass der Verein zweimal nacheinander im Finale steht, hat es in der Club-Historie noch nie gegeben. 

Ins Endspiel geht der VfB diesmal aber als Außenseiter. Der FC Bayern hatte in seinem Halbfinale am Mittwochabend mit einem 2:0 in Leverkusen vorgelegt - und wirkt national fast unantastbar. 

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Für den SC, der sein zweites Pokal-Finale nach 2022 verpasste, ist in einer bemerkenswerten Saison trotz des DFB-Pokal-Ausscheidens noch ein Meilenstein und der erste große Titel der Vereinshistorie drin: In den zwei Halbfinal-Duellen der Europa League mit Sporting Braga am 30. April und 7. Mai ist das Erreichen des Endspiels keinesfalls unmöglich. 

VfB Stuttgart gegen SC Freiburg: Erst viele Gelbe Karte, dann lange Zeit auf Kurs Elfmeterschießen

Maximilian Eggestein (rechts) war mit der Fußspitze der entscheidende Mann beim Freiburger Führungstreffer.
Maximilian Eggestein (rechts) war mit der Fußspitze der entscheidende Mann beim Freiburger Führungstreffer.  © Tom Weller/dpa

Nachdem die Fanlager die Teams eingestimmt hatten, verzögerte Rauch von der rot leuchtenden Pyrotechnik auf VfB-Seite den Anpfiff um wenige Minuten. Auf dem Rasen begann die Partie hitzig. Nach einer guten Viertelstunde hatten sich vier Spieler - je zwei auf jeder Seite - Gelbe Karten abgeholt.

"Wir müssen zeigen, dass wir nach Berlin wollen. Wir wollen mutig und offensiv sein", hatte Hoeneß vor dem Anpfiff bei Sky gefordert. Doch vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann tat sich die VfB-Offensive um Nationalstürmer Undav gegen die aufmerksame Freiburger Defensive zunächst schwer.

Freiburg tauchte als Erstes gefährlich vor dem Tor auf - und forderte sogleich Elfmeter. Mittelfeldakteur Eggestein kam beim Kontakt von Angelo Stiller ins Straucheln, für Schiedsrichter Tobias Welz war das für einen Pfiff zu wenig. 

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Ausgangspunkt des 1:0 zehn Minuten später war eine Ecke, die die VfB-Defensive zentral klärte. Freiburgs Matthias Ginter bediente per Kopf Eggestein, der den Ball an VfB-Torhüter Alexander Nübel vorbei spitzelte.

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Stuttgarts Tiago Tomas traf, als alle sich schon auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatten.
Stuttgarts Tiago Tomas traf, als alle sich schon auf ein Elfmeterschießen eingestellt hatten.  © Tom Weller/dpa

Der VfB hatte bis dato keine Torchance. Erst in den Minuten vor der Pause zeigte der Gastgeber vielversprechende Offensivaktionen, doch Ermedin Demirovic, Jamie Leweling und Undav vergaben.

Anders als in der teils zerfahrenen ersten Hälfte gewann das Baden-Württemberg-Duell nach dem Seitenwechsel immer mehr an Schwung.

Angetrieben von ihren Fans drängten die Stuttgarter auf den Ausgleich, belohnten sich aber lange nicht. Als Stiller dann doch traf, fand der Treffer keine Anerkennung. Demirovic stand zuvor im Abseits. 

Erst Undav ließ die Fans mit seinem Flachschuss ins linke Eck jubeln. Angesichts eines Chancenplus und zwei Pfostentreffern war der VfB näher dran am Sieg, doch Freiburgs Ersatz- und Pokal-

Torhüter Florian Müller parierte mehrmals glänzend. Ein Freiburger Treffer von Lucas Höler zu Beginn der Verlängerung zählte nicht.

Als es schon auf ein Elfmeterschießen hinauslief, entschied Tomas mit einer starken Aktion die Partie.

Titelfoto: Tom Weller/dpa

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