Mutter von Nationaltrainer verstorben: FIFA verbietet Trauerflor während WM-Spiel
Boston (USA) - Frankreich besiegte am Freitagabend Norwegens B-Elf mit 4:1 und sicherte sich damit den Gruppensieg, allerdings in Abwesenheit von Trainer Didier Deschamps (57). Der Coach war vor der Partie in die Heimat gereist, weil seine Mutter am Dienstag verstorben war und am Freitag beerdigt wurde - eine Geste der Anteilnahme vonseiten des Teams ließ die FIFA aber nicht zu.
Eigentlich wollten die französischen Spieler nämlich mit Trauerflor in Gedenken an die Mutter ihres Trainers spielen und hatten dafür die FIFA um Erlaubnis gebeten, diese aber nicht bekommen.
Die FIFA hat strenge Regeln für die Ausrüstung auf dem Spielfeld, Armbinden werden nur für vom Weltverband genehmigte Aufklärungskampagnen zugelassen, worunter die schwarzen Trauerbinden für die Verstorbene nicht zählen.
Eine Schweigeminute vor dem Spiel wurde trotzdem abgehalten, allerdings nicht für Deschamps' Mutter, sondern anlässlich der verheerenden Erdbeben in Venezuela, die mindestens 920 Todesopfer forderten.
Was die Spieler nicht durften, übernahmen stattdessen die Fans: Sie grüßten ihren Trainer mit einem "Wir sind bei dir, Didier"-Banner.
WM 2026: Didier Deschamps stößt am Samstag wieder zur französischen Mannschaft
Während Deschamps für die Beerdigung in Frankreich weilte, übernahm Co-Trainer Guy Stéphan (69) die Betreuung der Équipe Tricolore und führte sie zu einem furiosen 4:1 gegen die Skandinavier, die allerdings mit zehn Neuen in der Startelf antraten und ihre Stars um Erling Haaland (25) schonten.
Nach der Partie zeigte sich Stéphan erleichtert über den Spielverlauf: "Hätte man uns vor drei Monaten gesagt, dass wir diese Gruppenphase mit neun Punkten abschließen würden, hätten wir sofort zugestimmt", sagte der langjährige Assistent von Deschamps, ein drittes Gruppenspiel sei immer kompliziert.
"Aber im Moment sind meine Gedanken natürlich bei Didier. Wir freuen uns alle, dass er bald zurückkommt und schon am Samstagnachmittag wieder mit uns trainieren kann."
Es ist die letzte WM mit Les Bleus für Deschamps, der nach 14 Jahren als Nationaltrainer Frankreichs nach dem Turnier zurücktreten wird. Auf dem Weg zum zweiten Titel nach 2018 trifft das Team um Kapitän Kylian Mbappé (27) zunächst auf Schweden, im Achtelfinale kommt es potenziell zum Duell mit der deutschen Nationalmannschaft.
Titelfoto: Tom Weller/dpa

