Streit um Hotelpreise: Scheich schikaniert Fans und Spielerfrauen!

Katar - Selten gab es bei einer Weltmeisterschaft so viele Nebenschauplätze wie bei der WM in Katar! Ein Streit zwischen einem deutschen Unternehmer und einem Scheich artet jetzt so weit aus, dass dieser für manche Gäste zusätzliche Zahlungen verlangt.

Viele Fans, wie hier aus Wales, sind bei dieser WM dabei. Bei der Unterkunft kommen oft Probleme auf die Zuschauer zu.
Viele Fans, wie hier aus Wales, sind bei dieser WM dabei. Bei der Unterkunft kommen oft Probleme auf die Zuschauer zu.  © ANTONIN THUILLIER / AFP

Der deutsche Unternehmer Volkhard Bauer vermietet mit seiner Firma Unterkünfte bei der großen Sportveranstaltungen. So schon bei den Olympischen Spielen 2022, 2018 und 2016, der Weltmeisterschaft 2018 in Russland und 2014 in Brasilien.

Den Ursprung fand sein Unternehmen bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Sein Unternehmensziel: die Reiseabwicklung und Unterbringung für Fußballverbände, TV-Sender oder Sponsoren. "Zuhause weg von zu Hause schaffen", so lautet der Unternehmensslogan auf der Homepage.

Auch bei der WM in Katar hat "Khaya" Unterkünfte reserviert, um sie zu vermieten. So auch im Fünf-Sterne-Hotel "Valero". Laut einem Bericht der "BILD" zahlte das Unternehmen für 240 Betten umgerechnet rund 4 Millionen Euro an.

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Problem bei der ganzen Geschichte: Vor einem Monat verkaufte der Scheich das Hotel plötzlich - weigert sich ebenfalls, die Anzahlung zurückzuzahlen.

Jetzt wurde eine neue Stufe der Eskalation erreicht. Demnach soll der Scheich damit drohen, sämtliche anderen Verträge stornieren zu lassen und gewährt Kunden von Khaya keinen Eintritt zum Hotel. Erst nach Bezahlung einer Extra-Pauschale werden die Gäste ins Zimmer gelassen. Besonders dreist: Für ein Zustellbett werden an der Rezeption jetzt umgerechnet 240 Euro verlangt - pro Nacht!

Fußballfans leiden unter der Situation - auch Spielerfrauen von Argentinien betroffen!

Auch die Frau von Angel di Maria (34) hatte Probleme beim Einchecken ins Hotel.
Auch die Frau von Angel di Maria (34) hatte Probleme beim Einchecken ins Hotel.  © KIRILL KUDRYAVTSEV / AFP

Seit Beginn der Weltmeisterschaft in Katar werden auch Fußballfans-, Verbände und Spielerfrauen täglich schikaniert.

Im Hotel "Horizon Manor" soll die Situation völlig außer Kontrolle geraten sein. Weil ein Mitarbeiter vergessen hatte, die Zustellbetten zu berechnen, ordnete der Manager, der zur Gruppe des Scheichs gehört, an, dass die Zustellbetten sofort aus dem Zimmer geräumt werden sollen.

Besonders bizarr: In einem Bett soll sogar noch ein Gast gelegen haben. Dieser wurde aufgefordert aufzustehen und das Bett hinausgetragen.

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Auch die Spielerfrauen der argentinischen Nationalmannschaft machten eine ähnliche Erfahrung. Als die Damen, darunter auch die Frau von Angel di Maria (34), Jorgelina Cardoso, ins Nobelhotel "Waterfront" einchecken wollten, wurde auch da eine Gebühr für ein Zustellbett erhoben.

Um weitere unangenehme Situationen zu umgehen, sprang das Reisebüro des deutschen Unternehmers ein und übernahm die Rechnung.

"So etwas wie in Katar habe ich noch nie erlebt! Wir werden hier erpresst", sagte Bauer gegenüber der "BILD". Die Weltmeisterschaft im Wüstenstaat wird noch lange in Erinnerungen bleiben - sicherlich weniger aufgrund des Fußballspektakels.

Titelfoto: ANTONIN THUILLIER / AFP

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