42 Minuten Nachspielzeit! Schiedsrichter nach "dritter Halbzeit" suspendiert

Quillacollo (Bolivien) - Langwierige VAR-Checks und großzügige Nachspielzeiten sind auch hierzulande keine Seltenheit. Doch bei einer Partie der höchsten bolivianischen Liga schlugen die Unparteiischen in der vergangen Woche satte 42 (!) Minuten oben drauf - und mussten nun die Konsequenzen tragen.

Dritte Halbzeit: Atletico Palmaflor erzielte in der 128. Minute den Siegtreffer.
Dritte Halbzeit: Atletico Palmaflor erzielte in der 128. Minute den Siegtreffer.  © Screenshot/YouTube/Tigo Sports Bolivia

Selbst das im Fußball gern benutzte Wort "ereignisreich" wird dem Spiel am Dienstag zwischen Atletico Palmaflor und Club Blooming kaum gerecht.

Zunächst gingen die Hausherren in der ersten Halbzeit durch das Tor von Jonathan Cañete (26) in Führung. Im strömenden Regen und auf pitschnassem Untergrund baute Kapitän Gilbert Álvarez (30) diese dann in der 82. Minute aus.

Doch der Sieg war noch nicht eingetütet, denn Blooming-Angreifer Gastón Rodríguez (30) gelang nur vier Zeigerumdrehungen später der Anschluss. Allerdings benötigte das Schiedsrichter-Gespann für die Überprüfung des Tores satte 17 Minuten, wie Sky Sport berichtete.

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Die Akteure auf dem Rasen-Sumpf waren also auf einen üppigen Nachschlag eingestellt - und sollten dennoch überrascht werden. Statt 19 oder vielleicht 20 Minuten ließen die Referees am Ende rekordverdächtige 42 Minuten nachspielen.

Es kam, wie es kommen musste. Obwohl die Gäste infolge einer Roten Karte in der 111. Minute in Unterzahl agierten, gelang José Sinisterra (24) in der 114. Minute der Ausgleich.

Highlights der 132-Minuten-Partie zwischen Atletico Palmaflor und Club Blooming auf YouTube

Statement von Club Blooming auf Twitter

Atletico Palmaflor und Club Blooming kritisierten die enorm lange Nachspielzeit

Schiedsrichter Julio Fernando Gutierrez ließ insgesamt 42 Minuten nachspielen.
Schiedsrichter Julio Fernando Gutierrez ließ insgesamt 42 Minuten nachspielen.  © Screenshot/YouTube/Tigo Sports Bolivia

Das Duell wurde in der Folge ruppiger, rüde Fouls sowie hitzige Auseinandersetzungen bestimmten das Geschehen. Blooming handelte sich so auch noch den zweiten Platzverweis ein und lieferte den Unparteiischen offenbar einen weiteren Grund, gar nicht an den Abpfiff zu denken.

Also spielten die Profis munter weiter. In der 38. Minute der Nachspielzeit schnürte Cañete schließlich seinen Doppelpack zum 3:2-Endstand, vier Minuten später war dann ein für alle Mal Schluss.

"Wir freuen uns über den Sieg unserer Mannschaft gegen Blooming, trotz der verdächtigen Schiedsrichterleistung", erklärte Palmaflor-Präsident Evo Morales (63) im Anschluss. "Wir bedauern das und bitten um eine Untersuchung aller Schiedsrichter, die Partien übertrieben verlängern."

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Blooming reagierte auf Twitter auf die Pleite in Überlänge. "Ende der dritten Halbzeit", schrieb der Klub höhnisch. "Peinliche Schiedsrichter, die erneut zu Protagonisten des Spiels wurden, die Spieler möglichen Verletzungen aussetzten, eine übermäßige Nachspielzeit gaben und die harte Arbeit unseres Teams zunichte machten."

Und weiter: "Wir werden rechtliche Schritte einleiten, damit diese Schiedsrichter nicht länger im bolivianischen Fußball pfeifen."

Der bolivianische Fußballverband (FBF) erhörte die Forderung. Referee Julio Fernando Gutierrez und seine fünf Offiziellen wurden inzwischen suspendiert, wie der FBF bekannt gab. Die Ermittlungen laufen demnach.

Titelfoto: Screenshot/YouTube/Tigo Sports Bolivia

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