"Wahrsager" garantiert Titelgewinn: Nach Aus im Viertelfinale klicken die Handschellen

Marokko/Mali - Falscher Blick in die Glaskugel? Am Freitag war für Mali beim Afrika-Cup Schluss: Die "Adler" schieden im Viertelfinale trotz großen Kampfes in Unterzahl gegen Senegal aus. Ein Wahrsager hatte allerdings den Titel prophezeit und dafür Spenden gesammelt, was ihm nun offenbar zum Verhängnis wurde.

Gegen Senegal endete der Afrika-Cup für Ousmane Camara (22, r.) und das malische Nationalteam.
Gegen Senegal endete der Afrika-Cup für Ousmane Camara (22, r.) und das malische Nationalteam.  © ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

Der selbst ernannte Marabout, wie islamische Heilige und Mystiker genannt werden, ist nach der 0:1-Niederlage in Mali verhaftet worden, wie unter anderem "L'Équipe" berichtet.

Demnach soll sich Karamoko Sinayoko zuvor im Netz als spiritueller Führer und "Marabout des Afrika-Cups" inszeniert haben. Im Gegenzug für Geldspenden habe der Mann magische Rituale durchgeführt, die der malischen Nationalmannschaft den Titel garantieren sollten, vermeldet zudem "jeuneafrique".

Laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP seien etwa 22 Millionen CFA-Francs (rund 33.500 Euro) mit der Masche in seinen Taschen gelandet. Infolge des Ausscheidens soll dann jedoch ein wütender Mob zu seinem Haus gezogen sein und ihn bedroht haben.

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Schließlich sei Sinayoko wegen mutmaßlichen Betrugs in Gewahrsam genommen worden.

"Scharlatanerie ist in Mali gesetzlich strafbar", sagte ein Verantwortlicher der Abteilung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität gegenüber der AFP. Allerdings wäre es aufgrund der Begeisterung für das Kontinentalturnier schwierig gewesen, den angeblichen Wahrsager schon festzunehmen, solange das Nationalteam noch im Wettbewerb war.

Hält sich der angebliche Mali-Wahrsager mittlerweile in Frankreich auf?

Malis Nationalmannschaft schaffte es beim Afrika-Cup bis ins Viertelfinale.
Malis Nationalmannschaft schaffte es beim Afrika-Cup bis ins Viertelfinale.  © ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

Ob sich Sinayoko momentan tatsächlich hinter Gittern befindet, ist aber wohl nicht ganz klar. Das afrikanische Nachrichtenportal "Alwihda" berichtet, der mutmaßliche Betrüger sei mittlerweile nach Frankreich geflohen. Demzufolge habe er sogar mehr als 100 Millionen CFA-Francs (rund 150.000 Euro) erbeutet und mitgenommen.

Laut "jeuneafrique" meldete sich der Beschuldigte nach der Pleite im Viertelfinale auch bereits selbst zu Wort.

"Als ich euch ins Viertelfinale schickte, wart ihr glücklich, nicht wahr?", wird Sinayako zitiert. "Aber wenn Gott mich im Viertelfinale nicht erhört hat, müsst ihr das auch verstehen."

Titelfoto: ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP

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