"Anti-Infantino-Koalition": DFB positioniert sich klar gegen Wiederwahl des FIFA-Präsidenten

Frankfurt - Der DFB und FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) - daraus wird wohl keine große Freundschaft mehr! Bei der anstehenden Wahl am Donnerstag muss der amtierende FIFA-Boss nicht um seine Wiederwahl bangen. Der DFB besinnt sich auf seine Werte und schmiedet mit anderen europäischen Verbänden eine "Anti-Infantino-Koalition".

DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) bezieht Stellung zur erwarteten Wiederwahl von FIFA-Präsident Gianni Infantino.
DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) bezieht Stellung zur erwarteten Wiederwahl von FIFA-Präsident Gianni Infantino.  © Britta Pedersen/dpa

Wenn FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) am Donnerstag in Kigali (Ruanda) seine Wiederwahl anstrebt, wird diese ohne die Stimme des DFB erfolgen.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, hat sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf (61) im Vorfeld des 73. Kongresses des Weltverbandes unmissverständlich gegen eine Wiederwahl des gebürtigen Schweizers ausgesprochen.

"Der DFB wird die Wiederwahl von FIFA-Präsident Gianni Infantino in Kigali nicht unterstützen", so Neuendorf, der seine Infantino-Absage dann auch präziser begründete.

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"Wir haben in den vergangenen Wochen zu verschiedenen Fragestellungen von der FIFA keine oder nur unzureichende Informationen erhalten. Die FIFA muss im Umgang mit den nationalen Verbänden deutlich offener und transparenter werden."

Der Weltverband solle erklären, wie und warum bestimmte Erscheinungen zustande kamen und wer an ihnen mitgewirkt hat. Doch solche Erklärungen habe es in letzter Zeit aus Sicht von Neuendorf nicht immer gegeben.

FIFA-Wahl in Ruanda: DFB nicht allein im Disput mit Infantino

FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) muss dank einem Mangel an Gegenkandidaten nicht um seine Wiederwahl fürchten.
FIFA-Präsident Gianni Infantino (52) muss dank einem Mangel an Gegenkandidaten nicht um seine Wiederwahl fürchten.  © Noah K. Murray/dpa

Innerhalb der europäischen Fußballverbände ist der umstrittene FIFA-Präsident alles andere als populär. So haben neben Deutschland auch Norwegen, Schweden und Dänemark angekündigt, gegen den 52-jährigen Fußballfunktionär stimmen zu wollen.

Dazu habe es am Mittwoch einen konstruktiven Austausch mehrerer europäischer Verbände gegeben, in dem zu strittigen Themen Stellung bezogen wurde. Erklärtes Ziel der europäischen Anti-Infantino-Front sei die Hoffnung auf Verbesserungen der künftigen Zusammenarbeit.

Infantino steht bei seiner angepeilten Wiederwahl dennoch kaum etwas im Wege, da kein ernsthafter Alternativkandidat zum Schweizer, der seit 2016 im Amt weilt, ins Rennen geschickt wurde.

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Auch der zurückhaltende Aufschrei einiger Verbände aus Europa dürften im weit entfernten Ruanda kaum zu hören sein. Dies hat jedoch abgesehen von der geografischen Distanz zum zentralafrikanischen Staat noch einen weiteren Grund.

Die FIFA-Statuten erlauben bei einem Einzelkandidaten eine Wahl per Akklamation, also mit zustimmendem Applaus. Die genaue Größe der Opposition bleibt so wohl im Verborgenen. Jeder der 211 Nationalverbände hat bei der Wahl eine Stimme, egal wie groß oder klein er ist.

Titelfoto: Noah K. Murray/dpa

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