Rabat (Marokko) - Heftige Vorwürfe nach dem turbulenten Afrika-Cup-Finale! Senegals Linksverteidiger Ismail Jakobs (26) äußert einige Tage nach dem dramatischen Endspiel, das beinahe in einem Spielabbruch mündete, einen schweren Verdacht: Er vermutet, dass mehrere seiner Teamkollegen vergiftet worden sind!
"Ich kann nicht genau sagen, was passiert ist, da wir es auch nicht genau wissen aber meine persönliche Vermutung ist, dass drei Spieler von uns vergiftet worden sind", sagte der gebürtige Kölner bei Sportdigital: "Ich will niemanden beschuldigen, aber es war definitiv kein Zufall."
Es sei keine normale Lebensmittelvergiftung gewesen, die Spieler seien regelrecht zusammengebrochen. "Ich weiß nicht, ob ihr die Bilder gesehen habt, wo wir einen Spieler beim Warm-up vom Feld tragen", erzählte Jakobs: "Es war sehr, sehr gruselig."
Krepin Diatta (26) habe es bereits in der Kabine erwischt, Ousseynou Niang (24) musste während des Warm-ups von seinen Mitspielern gestützt und abgeschirmt vom Platz gebracht werden. Beide hätten eigentlich in der Startelf stehen sollen und mussten kurzfristig ersetzt werden.
In der Halbzeitpause sei dann auch noch Pape Matar Sarr (23) zusammengebrochen, alle drei hätten die Nacht im Krankenhaus verbringen müssen.
"Alle drei konnten die Zunge nicht mehr reinstecken, sind einfach wie zusammengebrochen, haben geschwitzt, Krepin konnte vor dem Spiel seinen Kopf nicht mehr grade machen, [hat] sich übergeben, ganz komisch", so der Galatasaray-Profi.
Afrika-Cup-Finale hat seinen nächsten Skandal
Auch unabhängig von den Vergiftungsvorwürfen war das Finale von skandalösen Szenen überschattet worden.
So war ein wohl reguläres Tor des Senegals in der Nachspielzeit frühzeitig abgepfiffen worden, wenige Minuten später erhielt Marokko für eine ähnliche Szene einen Foulelfmeter.
Daraufhin kam es zu heftigen Diskussionen, die Mannschaft des Senegals verließ beinahe geschlossen das Feld. Auf den Tribünen kam es zu schweren Auseinandersetzungen, mehrere Fans stürmten den Platz.
Erst nach rund einer Viertelstunde konnte die Partie wieder angepfiffen werden und endete schließlich mit dem senegalesischen Triumph - den Diatta, Niang und Sarr nicht mitfeiern konnten.
Es sei "sehr, sehr schade" gewesen, "weil sie einfach das Finale verpasst haben, nicht bei der Zeremonie im Stadion dabei waren", sagte Jakobs, der beim 1. FC Köln ausgebildet wurde und aus der Jugend den Sprung in die Bundesliga schaffte.