Monaco - Die dicke Luft zwischen der UEFA und Gianni Infantino (56) wird nach den gescheiterten Investorenplänen zur WM ganz offenbar nicht dünner. Jetzt soll der Europäische Fußballverband eine Strafanzeige gegen den FIFA-Boss vorbereiten.
Wie die Nachrichtenagentur "Associated Press" berichtet, will die UEFA die Strafanzeige vor einem Schweizer Gericht wegen möglicher finanzieller Misswirtschaft im Zusammenhang mit den inzwischen verworfenen Plänen, Anteile der Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern, einreichen.
Außerdem habe der Europa-Verband am Donnerstag demnach bereits die Offenlegung potenzieller Beweismittel durch den von Joshua Kushner (41) gegründeten New Yorker Investmentfonds Thrive Capital Management bei einem Gericht in Manhattan beantragt.
Der jüngere Bruder von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner (45) und seine Firma sollten als Hauptinvestoren bei dem zwielichtigen Deal fungieren und praktisch 20 Prozent der WM-Anteile für 4,2 Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) kaufen.
Funktioniert hätte das über eine ausgelagerte Tochtergesellschaft der FIFA, die dann für die Organisation der großen Wettbewerbe zuständig gewesen und von Infantino als Geschäftsführer geleitet worden wäre.
Laut einem Statement der UEFA, das der "Associated Press" vorliegen soll, habe es sich bei dem Betrag von 4,2 Milliarden US-Dollar möglicherweise um einen "betrügerischen, nicht marktüblichen Preis handeln können, den Infantino zu seinem eigenen Vorteil propagiert hat."