Mega-Event bald ohne Deutschland? UEFA-Länder stimmen für WM-Boykott!
Nyon (Schweiz) - Das wäre ein gewaltiges Beben in der Fußball-Welt! Die Länder der UEFA haben aus Protest gegen die Investoren-Pläne von FIFA-Boss Gianni Infantino (56) dafür gestimmt, die Weltmeisterschaft zu boykottieren. Das würde unter anderem bedeuten, dass auch Deutschland nicht an der WM teilnimmt.
Wie die UEFA am Donnerstagabend in einer offiziellen Mitteilung bekannt gab, fiel der Entschluss einstimmig auf einem virtuellen Krisenmeeting der 55 Mitglieder des Europäischen Kontinentalverbands. Zunächst hatte die "Times" berichtet.
Infantino hatte zuvor angekündigt, Anteile der FIFA-Weltmeisterschaft für eine Milliardensumme an private Investoren verkaufen zu wollen.
Solange diese Vorschläge im Raum stehen, werden keine UEFA-Nationalteams mehr an FIFA-Wettbewerben teilnehmen. Ob diese Turniere ohne Länder wie Spanien, Frankreich, England und eben Deutschland überhaupt stattfinden würden, ist mehr als fraglich.
"Die WM darf nicht als Anlageprodukt behandelt werden. Sie ist eine der größten und traditionsreichsten Sportveranstaltungen im Fußball. Spieler, Nationalmannschaften und Fans auf allen Kontinenten haben sie über Generationen hinweg aufgebaut. Kein Teil davon sollte jemals an private Investoren abgetreten werden. Die WM steht nicht zum Verkauf", hieß es in dem Schreiben.
Es handele sich nicht nur um ein "umfassendes Führungsversagen" seitens der FIFA, sondern um eine "bewusste Verletzung der Pflichten" als "Hüterin des Weltfußballs".
WM-Verkaufsplan löst Welle der Empörung aus
Der FIFA-Präsident hatte mit seinem Vorhaben ohnehin eine Welle der Entrüstung und Kritik losgetreten. DFB-Boss Bernd Neuendorf (65) sagte im ZDF: "Die Akzeptanz der Fans dürfen wir nicht verlieren, aber wir sind auf dem besten Wege, diese Akzeptanz zunichtezumachen. Das halte ich für überaus problematisch und nicht zustimmungsfähig."
DFB-Vize Hans-Joachim Watzke (67) legte nach und bezeichnete den Vorgang gar als "direkten Angriff auf den Fußball".
Infantino verteidigte den Vorschlag hingegen als "einmalige Chance". Die 211 Mitgliedsverbände der FIFA könnten so ab 2027 rund 2,6 Millionen Euro mehr als jetzt kassieren, auch zusätzliche Soforthilfen seien möglich. Laut ARD-Bericht gab er den Verbänden bis zum 19. September Zeit, um zuzustimmen oder abzulehnen. Lediglich eine einfache Mehrheit sei für die Umsetzung notwendig.
Die UEFA hielt jedoch entschieden dagegen: "Manche Dinge sind einfach zu wichtig, als dass man sie verkaufen dürfte. Die FIFA-WM gehört dem Fußball. Das wird sie immer bleiben. Und solange Europa eine Stimme hat, wird die WM nie zum Verkauf stehen."
Erstmeldung von 17.20 Uhr, zuletzt aktualisiert 17.48 Uhr.
Titelfoto: Tony Gutierrez/AP/dpa

