Ex-RWE und Jena-Profi beendet mit 25 Jahren seine Karriere: "Habe keine Erfüllung in dem, was ich tue"

Erfurt/Jena - Er spielte für Rot-Weiß Erfurt, den 1. FC Kaiserslautern und Carl Zeiss Jena - doch nun ist es vorbei. Fußballprofi Theodor Bergmann (25) hat völlig überraschend seine Karriere frühzeitig beendet.

Zuletzt war Theodor Bergmann für den BFC Dynamo aktiv. Nun hängt er seine Fußballschuhe an den Nagel.
Zuletzt war Theodor Bergmann für den BFC Dynamo aktiv. Nun hängt er seine Fußballschuhe an den Nagel.  © Imago / Jan Huebner

In einer von ihm selbst verfassten Nachricht auf Instagram gab der gebürtige Thüringer mit emotionalen Worten das Ende seiner Laufbahn bekannt.

"Vielleicht denken einige, dass mir diese Entscheidung schwerfällt, aber dem ist nicht so. Ich habe beschlossen mit dem Fußball aufzuhören", heißt es in seinen Eingangsworten.

Im weiteren Verlauf erklärte der in Bad Langensalza geborene Mittelfeldspieler, dass er neben den tollen Dingen auch keine so guten Zeiten im Fußball erlebt hat. Diese negativen Erlebnisse haben sich in den vergangenen Jahren gehäuft, schreibt er weiter.

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"Ich will nicht sagen, dass mir der Spaß abhandengekommen ist, aber ich will sagen, dass ich mich nicht mehr wohlfühle in diesem Geschäft. Ich habe keine Erfüllung in dem, was ich tue", so der 25-Jährige. Nach diesen emotionalen Zeilen kommt der ehemalige Drittligakicker auf seine gesundheitlichen Probleme zu sprechen, die ihn und sein fußballerisches Leistungsvermögen oft eingeschränkt haben.

Bergmann spricht von Problemen, bei denen ihm "kein Arzt, kein Heilpraktiker oder sonst wer helfen konnte". Die Krankheit belastete ihn so schwer, dass er alleine in seiner Wohnung saß und weinte, "weil mir niemand mit meinen Symptomen helfen konnte", teilte er mit.

Bergmann kämpfte mit gesundheitlichen Problemen

Theodor Bergmann (r.) spielte für Rot-Weiß Erfurt und den 1. FC Kaiserslautern in der 3. Liga.
Theodor Bergmann (r.) spielte für Rot-Weiß Erfurt und den 1. FC Kaiserslautern in der 3. Liga.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Während seiner aktiven Karriere plagte sich der Ballverteiler mit einer neurologischen Müdigkeit und dem sogenannten Brain Fog-Symptom (Gehirnnebel) herum. Erst später fand er heraus, dass er unter dem Epstein Barr Virus leidet.

Nach der Diagnose bekam er die Krankheit unter anderem durch antivirale Nahrungsmittel in den Griff. In seinem Statement betonte er anschließend, dass seine Symptome für "Wochen und Monate präsent" waren, aber auch wieder verschwanden. Das Virus zwang ihn aber nicht zu einem vorzeitigen Karriereende. "Ich konnte Fußball spielen. Es ging immer irgendwie, mit viel auf und ab zwischendurch."

Bergmann, der zuletzt für den BFC Dynamo spielte, nutzt damit das Ende seines Berlin-Abenteuers für den frühzeitigen Fußballruhestand. "Da mein Vertrag nicht verlängert wird und ich schon vorher überlegt habe aufzuhören, folge ich jetzt meinem Herzen", verkündete er.

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Bereits während seiner aktiven Zeit machte sich der 25-Jährige selbstständig und will zukünftig Menschen helfen, die von ähnlichen Krankheiten oder Problemen gebeutelt sind.

Das Statement von Theodor Bergmann im Wortlaut

Während seiner Profizeit spielte Bergmann für den FC Rot-Weiß Erfurt und den 1. FC Kaiserslautern in der 3. Liga. Wegen Unregelmäßigkeiten in seinem Impfzertifikat wurde sein Vertrag im Januar 2022 beim FC Carl Zeiss Jena aufgelöst. Der BFC Dynamo griff daraufhin zu und holte den Mittelfeldmann für ein halbes Jahr nach Berlin.

Titelfoto: Montage/ Imago / Jan Huebner

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