Eklat in der Regionalliga: "Haben uns versucht mit 80 Mann zu verprügeln"!

Ahlen - Sunay Acar erhob schwere Vorwürfe! Der Trainer des VfB Homberg gab nach dem nervenaufreibenden Regionalliga-West-Spiel bei Rot Weiss Ahlen (3:3) ein aufsehenerregendes Statement ab.

Homberg-Coach Sunay Acar prangerte die Angriffe auf seine Mannschaft mit deutlichen Worten an.
Homberg-Coach Sunay Acar prangerte die Angriffe auf seine Mannschaft mit deutlichen Worten an.  © imago images/Nico Herbertz

Gegenüber "RevierSport" erklärte er: "Die haben uns versucht mit 80 Mann zu verprügeln. Es kam schon zum Ende des Spiels giftige Stimmung von außen herein. Auch der Ahlener Co-Trainer, der die Rote Karte erhalten hat, ist daran schuld. So verhält man sich nicht. So bringt man nur diese negative Stimmung herein."

Er führte weiter aus: "Wir mussten durch die Menschentraube in die Kabine und auf dem Weg haben unser Torwarttrainer Markus auf der Heiden sowie Spieler Yassine Bouchama einige Schrammen abbekommen. Die fünf, sechs Ordner hatten überhaupt nichts im Griff."

Acar schlussfolgerte: "Sie waren schlichtweg überfordert mit den aggressiven Ahlener Fans. Ich finde es beschämend, dass unsere Sicherheit in diesem Moment nicht gewährleistet war."

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Ahlens erster Vorsitzender Dirk Neuhaus hätte sich nach der Partie bei den Hombergern entschuldigt, was der Gästecoach als "tolle Geste" einordnete.

Neuhaus gab allerdings auch an: "Das waren keine 80 Leute. Vielleicht sind da drei oder vier Mann aus der Reihe getanzt und haben einen Homberger Spieler beleidigt. Aber klar: auch drei oder vier sind zu viele. Dafür entschuldigen wir uns auch im Namen von Rot Weiss Ahlen."

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Ahlens Assistenzcoach Christopher Nilius (2.v.l.) musste nach seinem Platzverweis von Cheftrainer Andreas Zimmermann (l.) und Torwarttrainer Rene Grabowski (2.v.r.) zurückgehalten und beruhigt werden.
Ahlens Assistenzcoach Christopher Nilius (2.v.l.) musste nach seinem Platzverweis von Cheftrainer Andreas Zimmermann (l.) und Torwarttrainer Rene Grabowski (2.v.r.) zurückgehalten und beruhigt werden.  © imago images/Michael Ketzer

Doch weshalb schaukelte sich das Geschehen überhaupt so hoch? Nun, für beide Teams ging es um viel, besonders für Homberg, das als Tabellenvorletzter bereits acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer hat. Ahlen steht hingegen im unteren Mittelfeld und hätte den Vorsprung auf die Abstiegszone mit einem Sieg weiter vergrößern können. Genau danach sah es zu Beginn aus.

Rot Weiss lag vor 365 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz neben dem Wersestadion bereits nach 6. Minuten nach einem Doppelschlag von David Mamutovic und Ex-Drittliga-Profi Andreas Ivan mit 2:0 in Führung. Bouchama mit zwei Buden (44./45.+2) und Mike Koenders (90.+2) drehten die Partie, doch ein Eigentor von Nico Lübke (90.+5) kostete die Gäste den erhofften Dreier.

Wenig später sah Ahlens Co-Trainer Christopher Nilius offenbar wegen einer Beleidigung des Schiedsrichterassistenten die Rote Karte. Kurz darauf wurden die Homberger auf dem Weg in die Kabine von RWA-Fans am Bierstand angegangen.

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Was genau der Auslöser war, ist nicht bekannt, ebenso wenig, ob es für Ahlen eine Strafe geben wird.

Titelfoto: imago images/Nico Herbertz

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