Schiri gibt Fehler zu: Kreisliga-Spiel muss wiederholt werden!

Hagen - So etwas passiert nur in der Kreisliga! Das Fußballspiel zwischen der TSG Sprockhövel II und dem TuS Hasslinghausen muss aufgrund einer falschen Regelauslegung des Unparteiischen wiederholt werden. Der Termin steht allerdings noch nicht fest.

Schiedsrichter in den unteren Ligen sehen sich häufig verbaler wie physischer Gewalt ausgesetzt. (Symbolbild)
Schiedsrichter in den unteren Ligen sehen sich häufig verbaler wie physischer Gewalt ausgesetzt. (Symbolbild)  © Marco Kohlmeyer/dpa

Fehler passieren selbst in der Bundesliga, doch in der Kreisliga sind fußballerische Unzulänglichkeiten und Mängel aller Art an der Tagesordnung.

Wie die "WAZ" berichtet, soll es am 12. März zwischen der TSG Sprockhövel II und dem TuS Hasslinghausen (Endstand 2:1) zu einer kuriosen Szene gekommen sein, die nun ein Wiederholungsspiel zur Folge hat. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der Unparteiische Ismet Demirdal und seine fragwürdige Regelauslegung.

Was war passiert? Dem vermeintlichen Siegtreffer von Simon Bukowski (26) in der 32. Minute ging eine unfreiwillige Ballberührung von Schiri Demirdal voraus. Dieser leitete somit den Angriff der TSG Sprockhövel (derzeit Tabellenzweiter in der Kreisliga A Hagen) ein und griff damit indirekt ins Spielgeschehen ein.

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Für Hasslinghausens Co-Trainer Christian Parlow ist die Sache eindeutig.

"Damit kommt der Schütze überhaupt erst in die Position, um das Tor zu erzielen. Der Schiedsrichter hätte das Spiel unterbrechen müssen, hat er aber nicht. Das ist ein klarer Regelverstoß", so die unverständliche Reaktion des unterlegenen Gäste-Trainers.

Parlow fügte zugleich eine mögliche Erklärung hinterher, indem der Schiedsrichter wohl der Annahme verfallen war, in dieser Situation als "Luft" behandelt zu werden.

Schiri-Fehler in der Kreisliga: Regelkunde erlaubt Wiederholungsspiel!

In der Kreisliga und auf den vielen idyllischen Dorfsportplätzen des Landes ticken die Uhren oft noch anders. (Symbolbild)
In der Kreisliga und auf den vielen idyllischen Dorfsportplätzen des Landes ticken die Uhren oft noch anders. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Der Unparteiische hat sich jedoch mit seiner Regelauslegung geirrt, denn die Regel, dass ein Schiedsrichter als "Luft" behandelt wird, besteht seit 2020 nicht mehr.

In der Regelkunde steht: Wenn der Ball den Schiedsrichter berührt, aber auf dem Spielfeld bleibt und ein Team einen aussichtsreichen Angriff auslöst, der Ball direkt ins Tor geht oder der Ballbesitz wechselt, muss ein Schiedsrichterball durchgeführt werden.

Da die besagte Szene spielentscheidend war, hat das benachteiligte Team, der TuS Hasslinghausen, Einspruch gegen die Wertung des Spiels eingelegt. Mit Erfolg!

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Das Kreissportgericht Hagen argumentierte, dass der aussichtsreiche Angriff erst durch die Berührung des Schiedsrichters eingeleitet wurde.

Die von der Szene profitierende Heimmannschaft Sprockhövel II schildert das Geschehen jedoch ganz anders und will keinen Regelverstoß erkannt haben. Pech für den Klub: Schiri Demirdal selbst hat seinen Regel-Fauxpas bereits zugegeben. Somit steht es nach Aussagen (Schiedsrichter und Hasslinghausen gegen Sprockhövel) 2:1 für die unterlegene Mannschaft, was eine Spiel-Annullierung durch das Kreissportgericht zur Folge hat.

Wann das Wiederholungsspiel stattfindet, steht noch nicht fest. Klar ist nur, dass die Kreisliga ihre nächste Geschichte geschrieben hat: Auch Schiedsrichter sind nur Menschen.

Titelfoto: Marco Kohlmeyer/dpa

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