Frank Schmidt hört auf! Unglaubliche Ära geht nach fast 20 Jahren zu Ende
Heidenheim - Eine unglaubliche Ära endet im Sommer, der dienstälteste Trainer im deutschen Fußball verabschiedet sich! Nach fast 20 Jahren wird Frank Schmidt (52) seinen Vertrag nicht mehr verlängern und den 1. FC Heidenheim verlassen.
Das gab der Zweitligist am Dienstagabend offiziell bekannt. Demnach informierte der 52-Jährige den Vorstandsvorsitzenden Holger Sanwald (59) bereits am Montag in einem persönlichen Gespräch über seine Entscheidung.
Die lebende Trainer-Legende des FCH sei beeindruckt gewesen, wie sehr sich Sanwald um eine weitere Verlängerung bemüht habe, doch er wolle jetzt eine Pause einlegen. Dieser Entschluss sei bei Schmidt in den letzten Wochen gereift und für die Planungssicherheit seines Vereins habe er nun Nägel mit Köpfen machen wollen.
"Wie lange diese Pause sein wird und was ab dem 1. Juli in meinem Leben kommt, darüber mache ich mir aktuell keine Gedanken – im Gegenteil: Das verbiete ich mir bis dahin selbst", so der Noch-Coach der Heidenheimer.
"Stattdessen werde ich bis zum letzten Spiel alles für unseren maximalen Erfolg in dieser Saison geben", fügte er an. "Fest steht: Wir haben gemeinsam als FCH über viele Jahre eine einzigartige Geschichte im deutschen Profifußball geschrieben, aber das letzte Kapitel ist noch nicht zu Ende. Darauf freue ich mich jetzt und verspüre eine große Lust darauf."
Schmidt wurde in Heidenheim an der Brenz geboren, kickte selbst für den FCH und fing anschließend als Co-Trainer beim Club an. Am 17. September 2007 übernahm er dann als Chefcoach - und blieb bis jetzt im Amt.
Abschied von Frank Schmidt eine "Zäsur" für den 1. FC Heidenheim
Innerhalb von fast zwei Dekaden führte der Fußballlehrer die Ostwürttemberger von der Oberliga bis in die Bundesliga und sogar nach Europa. Vergangene Saison stieg er nach drei Jahren im Oberhaus zum ersten Mal mit dem FCH ab.
"Franks Entscheidung markiert natürlich eine Zäsur für unseren gesamten Verein, die fraglos eine riesige Veränderung mit sich bringen wird", konstatierte daher Sanwald.
"Was Frank Schmidt für unseren FCH geleistet hat, lässt sich mit Worten kaum beschreiben – ohne Frank als Cheftrainer wäre unsere sportliche Entwicklung aus dem Amateurbereich bis in die Bundesliga und den Europapokal so überhaupt nicht möglich gewesen", so der Vereinsboss weiter.
Aktuell stehen die Schwaben nach holprigem Saisonstart und inzwischen zehn Spieltagen auf Platz sechs der Zweitligatabelle. In den restlichen 24 Partien mit der menschgewordenen Clubikone an der Seitenlinie soll die FCH-Familie ihm den "größtmöglichen Abschied" bereiten, forderte Sanwald.
Titelfoto: Harry Langer/dpa

