Köln - Mit vier Punkten aus vier Spielen rangiert der 1. FC Köln aktuell im Mittelfeld der Bundesliga. Trotzdem hat Trainer René Wagner (38) bei den Fans der Geißböcke einen schweren Stand, wurde bei der 2:1-Niederlage beim HSV gar vereinzelt ausgepfiffen. Sein Vorgänger Friedhelm Funkel (72) kann das nicht nachvollziehen.
"Ich habe keine Erklärung dafür, warum er bei den Fans so in der Kritik steht. Aus meiner Sicht tut man ihm unrecht", sagt der 72-Jährige, der selbst bereits dreimal als Trainer (2002/03, 2020/21 und 2024/25) an der Seitenlinie in der Domstadt stand, gegenüber der "BILD".
Insbesondere die Pfiffe der Anhänger in der Hansestadt seien daneben gewesen, schließlich habe der FC dort eigentlich gut gespielt und aus Sicht Funkels "völlig unnötig verloren". Zumal der Traditionsklub insgesamt "zufrieden mit den vier Punkten" sein könne.
Einen Grund für die herbe Kritik an dem 38-Jährigen sieht Funkel indes auch im aktuellen Zeitgeist - und der Möglichkeit für jedermann, ungefiltert seine Meinung im Internet kundtun zu können.
"Es wird immer schwieriger, in der heutigen Zeit an der Linie zu stehen. […] Der Druck, gerade von Social Media, ist wahnsinnig", meint der Kult-Trainer.
Friedhelm Funkel fordert mehr Unterstützung von FC-Boss Thomas Kessler für Trainer René Wagner
Doch was kann René Wagner besser machen? Wie kann er die Fans doch noch auf seine Seite ziehen? Funkel: "Vielleicht muss René in den Medien etwas offensiver und selbstbewusster auftreten, forscher sein. Das ist das, was ich ihm raten würde." Er solle "auch mal ein anderes Gesicht" zeigen, er sei schließlich "nicht unsympathisch".
Gleichzeitig nimmt der 72-Jährige auch Sportchef Thomas Kessler (40) in die Pflicht und fordert von dem ehemaligen Keeper ein, dass er seinen Trainer in der Öffentlichkeit mehr unterstützen solle. "Vielleicht setzt man sich im Verein mal zusammen, bespricht mit ihm das ein oder andere, was man verbessern kann, um ein besseres Bild in der Öffentlichkeit abzugeben. Das ist wichtig."
Tabelle 1. Bundesliga
| POS | VEREIN | Sp. | +/- | Pkt. | ||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 |
|
Borussia Dortmund | 4 | 9:2 | 12 | |
| 2 |
|
FC Bayern München | 4 | 14:2 | 10 | |
| 3 |
|
SC Freiburg | 4 | 12:3 | 10 | |
| 4 |
|
FC Augsburg | 4 | 11:6 | 7 | |
| 5 |
|
Bayer 04 Leverkusen | 4 | 10:5 | 7 | |
| 6 |
|
1. FSV Mainz 05 | 4 | 10:6 | 7 | |
| 7 |
|
SV 07 Elversberg | 4 | 8:7 | 7 | |
| 8 |
|
SV Werder Bremen | 4 | 8:8 | 7 | |
| 9 |
|
RB Leipzig | 4 | 9:5 | 6 | |
| 10 |
|
Eintracht Frankfurt | 4 | 9:10 | 5 | |
| 11 |
|
FC Schalke 04 | 4 | 3:4 | 5 | |
| 12 |
|
SC Paderborn 07 | 4 | 3:5 | 4 | |
| 13 |
|
1. FC Köln | 4 | 6:9 | 4 | |
| 14 |
|
TSG 1899 Hoffenheim | 4 | 7:10 | 3 | |
| 15 |
|
VfB Stuttgart | 4 | 6:9 | 3 | |
| 16 |
|
Hamburger SV | 4 | 2:13 | 3 | |
| 17 |
|
1. FC Union Berlin | 4 | 4:17 | 1 | |
| 18 |
|
Borussia Mönchengladbach | 4 | 6:16 | 0 | |
Die Tabelle der Bundesliga hat folgende Bedeutung: Wer am Ende der Saison auf Platz 1 steht, ist Deutscher Meister. Wer auf den Rängen 17 und 18 steht, steigt in die 2. Bundesliga ab. Der drittletzte Platz (Position 16) darf in der sogenannten Relegation um den Klassenerhalt spielen. Der Gegner ist der Drittplatzierte der 2. Bundesliga.