Diese Frau schreibt Bundesliga-Geschichte! Wer ist Marie-Louise Eta?
Berlin - Um kurz vor Mitternacht machte Union Berlin die Überraschung perfekt: Nur wenige Stunden nach der bitteren 1:3-Niederlage gegen Tabellenschlusslicht Heidenheim entließen die Eisernen Cheftrainer Steffen Baumgart (54). Sein Nachfolger ist zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesliga eine Nachfolgerin - wer ist Marie-Louise Eta?
Eigentlich ist die 34-Jährige aktuell Trainerin der U19-Junioren von Union, soll ab der kommenden Spielzeit die Frauen-Bundesligamannschaft der Eisernen übernehmen.
Nun wird sie Endspurt der Saison allerdings zum Herrenteam befördert - ein historischer Zug von Union Berlin, der für Eta allerdings nichts Neues ist.
Schon 2023 schrieb die gebürtige Dresdnerin nämlich Geschichte, als sie zur Co-Trainerin der Berliner Bundesliga-Mannschaft aufstieg, auch das als erste Frau überhaupt.
Unter Marco Grote (53) als Interimstrainer und später Nenad Bjelica (54) gehörte sie für den Rest der Saison 2023/24 fest zum Trainerteam der Köpenicker und sicherte sich damit sogar einen Platz in der Geschichte als erste Co-Trainerin in der Champions League.
Schon als Spielerin (damals noch unter ihrem Geburtsnamen Bagehorn) war die 34-Jährige äußerst erfolgreich, wechselte nach ersten Schritten beim FV Dresden 06 und Fortuna Rähnitz bereits mit 13 zu Turbine Potsdam und holte mit dem Klub drei Deutsche Meisterschaften sowie den Champions-League-Titel. Auch als deutsche Junioren-Nationalspielerin gewann sie sowohl die U17-EM als auch die U20-WM.
Marie-Louise Eta musste ihre eigene Karriere früh beenden
Früh setzte die defensive Mittelfeldspielerin dabei auf ein zweites Standbein als Trainerin, übernahm schon als 22-Jährige bei ihrem damaligen Klub Werder Bremen ein Juniorinnen-Team.
Das zahlte sich aus, als sie ihre aktive Karriere mit gerade einmal 26 Jahren wegen mehrerer Verletzungen frühzeitig beenden musste.
Zunächst blieb sie bei den Bremern als Coach aktiv, 2019 klopfte dann der DFB an und machte Eta zur Co-Trainerin erst bei der weiblichen U19, später bei den U15- und U17-Juniorinnen.
Parallel dazu absolvierte Eta mehrere Trainerlizenzen und schloss 2022 den Lehrgang zur UEFA-Pro-Lizenz erfolgreich ab, was sie dazu berechtigt, in den Bundesligen als Cheftrainerin an der Seitenlinie zu stehen. Vier Jahre später zahlt sich dieser Schritt nun aus.
Ab der kommenden Saison soll Eta zunächst wie geplant ihren Job als Trainerin der Union-Frauen antreten. Doch der Rekordlerin stehen spätestens jetzt wohl alle Türen offen.
Titelfoto: Tom Weller/dpa

