Ex-Unioner verhilft Eisernen mit Blackout zum ersten Sieg des Jahres
Berlin - Befreiungsschlag geglückt: Union Berlin kann nach einem 1:0 (1:0)-Erfolg über Bayer Leverkusen aufatmen und den ersten Dreier des Jahres feiern. Ein Ex-Profi der Eisernen hat entscheidenden Anteil an dem Sieg.
Denn ausgerechnet Nationalspieler Robert Andrich hatte einen Blackout an alter Wirkungsstelle und verhalf seinem ehemaligen Team mit einem Gastgeschenk nach 28 Zeigerumdrehungen zur Führung und letztendlich zum Sieg.
Aljoscha Kemlein schickte Rani Khedira mit einem langen Schlag auf die Reise, der den Ex-Unioner im Laufduell düpierte und die Kugel zur Führung über Janis Blaswich in die Maschen lupfte. Es war Khediras fünfter Saisontreffer - persönlicher Rekord.
Die Hausherren starteten druckvoll und kamen schon nach zwei Minuten zu einer ersten Tormöglichkeit. In der zehnten Minute dann der erste Schreckmoment: Janik Haberer verletzte sich bei einem Foul selbst und musste durch Christopher Trimmel ersetzt werden.
Mit zunehmender Spieldauer entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit leichten Vorteilen für die Gäste, die versuchten, ihr gepflegtes Kurzpassspiel aufzuziehen, dabei aber auch immer wieder an den schwierigen Platzverhältnissen scheiterten. Bis die Baumgart-Truppe mehr oder weniger aus dem Nichts das 1:0 erzielte.
Bis zur Pause gab es keine weiteren nennenswerten Aktionen mehr. Auch ein direkter Freistoß von Alejandro Grimaldo flog in der Nachspielzeit übers Tor, sodass es für die Eisernen mit einer verdienten Führung in die Kabinen ging.
Union Berlin wehrt Sturmlauf von Bayer Leverkusen erfolgreich ab
Mit Wiederanpfiff übernahm die Werkself die Initiative. Besonders der Ex-Herthaner Ibrahim Maza drehte jetzt richtig auf, stellte die Hintermannschaft des Hauptstadtklubs immer wieder vor Schwierigkeiten und zog gefährliche Freistöße für sein Team.
Die Gastgeber mussten jetzt ein ums andere Mal in der Defensive leiden, wurden von Bayer in der eigenen Hälfte eingeschnürt und verlagerten sich ausschließlich auf Konter. Eigene Ballbesitzphasen, in denen die Berliner durchatmen konnten, hatten Seltenheitswert.
Frederick Rönnow stand jetzt zunehmend im Mittelpunkt. Immer wieder fing der Union-Keeper gefährliche Flanken ab und bewahrte seine Vorderleute in der 75. Minute mit einer Fußparade vor dem Ausgleich durch Malik Tillman.
In der Schlussphase warfen die Leverkusener noch einmal alles nach vorn und wollten unbedingt die erste Niederlage nach sieben Spielen verhindern. Joker Patrik Schick setzte seine Kopfbälle in der siebenminütigen Nachspielzeit aber aufs und neben das Tor, sodass der FCU nach langer Durststrecke einen hart erkämpften Sieg mit seinen Fans feiern durfte.
Statistik zum Spiel zwischen Union Berlin und Bayer Leverkusen
Bundesliga, 23. Spieltag
1. FC Union Berlin - Bayer Leverkusen 1:0 (1:0)
Aufstellung 1. FC Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Querfeld, Nsoki - Haberer (11. Trimmel), Khedira, Kemlein, Köhn - Schäfer (85. Skarke), Jeong (71. Kral) - Ilic (86. Ansah)
Aufstellung Bayer Leverkusen: Blaswich - Badé (68. Jo. Hofmann), Andrich, Tapsoba - Arthur (61. Vazquez), García, Fernandez (61. Poku), Grimaldo - M. Tillman (81. Terrier), Maza - Kofane (61. Schick)
Schiedsrichter: Harm Osmers (Hannover)
Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Khedira (28.)
Gelbe Karten: Nsoki (2), Haberer (7), Ilic (5), Querfeld (4), Rönnow (2) / Jo. Hofmann (3), Andrich (2)
Titelfoto: Soeren Stache/dpa (Bildmontage)

