Flummi-Pause, Traumtor, Rote Karte: Union Berlin rettet in Unterzahl Remis in Augsburg
Berlin/Augsburg - Union Berlin hat am Donnerstagabend in Unterzahl ein 1:1 (0:1)-Unentschieden in Augsburg erkämpft. Beide Tore sind jeweils erst in der Nachspielzeit gefallen, nachdem die Augsburg-Fans für eine längere Unterbrechung gesorgt hatten.
Nach gut einer halben Stunde warfen sie Flummis auf den grünen Rasen, die von Spielern und Ordnern in mühevoller Kleinarbeit eingesammelt werden mussten. Erst nach fünf Minuten fand der Spuk sein Ende.
Die Partie in der nicht ausverkauften WWK-Arena begann bereits kurios: Direkt nach dem Anstoß rannte Augsburgs Michael Gregoritsch Rani Khedira im Mittelkreis über den Haufen. Das blieb lange Zeit der einzige Aufreger in einer chancenarmen Partie.
Nach 20 Minuten setzten die Gäste ein erstes Achtungszeichen: Oliver Burke flankte von rechts auf Andras Schäfer, der den Kasten aber mit seinem Kopfball-Aufsetzer verfehlte.
Acht Zeigerumdrehungen später war es Burke selbst, der seine Geschwindigkeit ein weiteres Mal ausspielte, die Kugel aber in aussichtsreicher Position knapp am rechten Pfosten vorbeischob.
Von den Hausherren kam nicht viel, bis sie in der sechsminütigen Nachspielzeit wie aus dem Nichts und äußerst sehenswert doch noch zuschlugen. Alexis Claude-Maurice fasste sich aus knapp 30 Metern ein Herz und jagte das Spielgerät unhaltbar in den rechten Winkel - kalte Dusche für die Eisernen.
Mit zehn Mann: Union Berlin erkämpft Unentschieden in Augsburg
Dieses Traumtor hinterließ offenbar bleibenden Eindruck bei den Berlinern, die im zweiten Durchgang lange Zeit nicht richtig in die Partie kamen.
In der 58. Minute war es erneut Claude-Maurice, der einen direkten Freistoß an den rechten Pfosten setzte - Glück für die Köpenicker, denn Frederik Rönnow wäre geschlagen gewesen. Kurz darauf konnte sich der Däne dann Auszeichnen und machte mit einer starken Parade einen überfallartigen FCA-Konter zunichte.
Wenig später reagierte Steffen Baumgart mit einem Dreifachwechsel. Doch auch das brachte zunächst nicht den gewünschten Effekt. Die bayerischen Schwaben verteidigten geschickt ihre Führung und setzten selbst immer wieder gefährliche Nadelstiche.
Auch die viel gerühmte Standardstärke des Hauptstadtklubs verpuffte. Am Ende dezimierte sich die Baumgart-Truppe dann in der 89. Minute auch noch selbst. Derrick Köhn hatte das Bein in einem Zweikampf viel zu hoch, traf zwar den Ball aber seinen Gegenspieler auch im Gesicht.
Und doch kamen die Hauptstädter noch einmal zurück - mit einer Koproduktion von drei Jokern. Alex Kral fand in der Nachspielzeit mit seiner Flanke Andrej Ilic, dessen Torschuss Marin Ljubicic zum späten Ausgleich über die Linie drückte. Der Rest war Jubel über den hart erkämpften Punkt.
Statistik zum Spiel zwischen dem FC Augsburg und Union Berlin
Bundesliga, 17. Spieltag
FC Augsburg - 1. FC Union Berlin 1:1 (1:0)
Aufstellung FC Augsburg: Dahmen - Banks, K. Schlotterbeck, Zesiger - Fellhauer, Jakic, Rexhbecaj (63. Massengo), Giannoulis (75. Marius Wolf) - Kade (75. Kömür), Claude-Maurice (83. Rieder) - Gregoritsch (83. Essende)
Aufstellung 1. FC Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Querfeld, Leite (82. Ljubicic) - Trimmel, Khedira (82. Kral), Schäfer (64. Kemlein), Köhn - Jeong, Burke (64. Ilic), Ansah (64. Burcu)
Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)
Zuschauer: 27.267
Tore: 1:0 Claude-Maurice (45.+6), 1:1 Ljubicic (90.+2)
Gelbe Karten: Jakic (3) / -
Rote Karten: - / Köhn (89./grobes Foulspiel)
Titelfoto: Harry Langer/dpa (Bildmontage)

