Union Berlin zurück im Abstiegskampf? Wie aus Vorteil großer Nachteil werden kann

Berlin - Nach dem vermeintlichen Befreiungsschlag gegen Bayer Leverkusen musste Union Berlin am Samstag wieder einen Dämpfer hinnehmen, der noch einmal den Abstiegskampf aufflammen lassen könnte.

Steffen Baumgart (54) muss mit seiner Mannschaft schnell wieder in die Spur kommen, damit nicht doch noch einmal das Abstiegsgespenst durch die Alte Försterei geistert.
Steffen Baumgart (54) muss mit seiner Mannschaft schnell wieder in die Spur kommen, damit nicht doch noch einmal das Abstiegsgespenst durch die Alte Försterei geistert.  © Fabian Strauch/dpa

Die 0:1-Pleite gegen Borussia Mönchengladbach ist daher doppelt bitter, nicht nur aufgrund des späten Zeitpunkts im Spiel. Aber besonders die schwache Leistung gibt Anlass zur Sorge.

Steffen Baumgart (54) selbst war nicht sonderlich angetan von seiner Mannschaft: "Heute bin ich richtig enttäuscht, und zwar über die 90 Minuten", stellte der Union-Coach fest.

Dennoch wollte er nach der Partie den Blick in der Tabelle weder nach oben noch nach unten richten, sondern immer nur auf die nächste Begegnung. Das ist sicherlich eine gute Herangehensweise, allerdings sollten die Eisernen besonders den Blick in den Rückspiegel nicht vernachlässigen.

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Denn am kommenden Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) steht den Köpenickern ein echtes Sechspunktespiel ins Haus, wenn Werder Bremen zu Gast in der Alten Försterei sein wird.

Mit einem Sieg gegen die Hanseaten könnte der Hauptstadtklub den Abstand auf die Abstiegsränge wieder auf neun Punkte hochschrauben. Sollten aber die Bremer einen Auswärtssieg landen, könnte das beruhigend wirkende Polster auf die Bremer auf mickrige drei Punkte zusammenschrumpfen.

Union Berlin tut sich gegen "kleinere Gegner" schwer

Union Berlin hat gegen die abstiegsbedrohte Borussia aus Mönchengladbach keine gute Figur abgegeben.
Union Berlin hat gegen die abstiegsbedrohte Borussia aus Mönchengladbach keine gute Figur abgegeben.  © Fabian Strauch/dpa

Und es wird nicht das letzte Duell mit einem Team aus der gefährdeten Zone bleiben. Im Gegenteil, bis zum Ende der Saison müssen die Berliner noch gegen alle Vereine im unteren Tabellendrittel ran.

Damit hat die Baumgart-Truppe den Klassenerhalt also eigentlich in der eigenen Hand, aber aus diesem großen Vorteil kann ganz schnell auch ein Nachteil werden.

Wenn der FCU nämlich nicht gegen die (in-)direkten Konkurrenten punktet oder gar wie in Gladbach verliert, dann schmilzt der Vorsprung ganz schnell zusammen.

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Und gerade wenn man die Bilanz gegen Teams aus den unteren Tabellenregionen in Betracht zieht, gegen die die Hauptstädter selbst das Spiel machen müssen und nicht nur auf ihr Umschaltspiel bauen können, sieht es eher düster aus.

Nur zwölf der bislang 28 eingefahrenen Punkte konnten gegen vermeintlich "schwächere" Gegner herausgeholt werden. Zudem spricht auch die Rückrundentabelle nicht gerade für den 1. FC Union, in der sie mit lediglich fünf Punkten und einem negativen Torverhältnis aktuell auf Platz 16 rangieren.

Titelfoto: Fabian Strauch/dpa (Bildmontage)

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