Heldt rechnet mit Union-Stars ab: "So darfst du nicht auftreten"

Berlin - Klare Worte vom Manager! Nach der 0:4-Klatsche beim FC Bayern München war einer mächtig angefressen: Horst Heldt. Der 56-Jährige war mit der Leistung von Union Berlin so gar nicht einverstanden. Am Sky-Mikrofon kritisierte er die Union-Stars.

Union-Manager Horst Heldt (56) fand deutliche Worte.  © Swen Pförtner/dpa

"So kannst du nicht auftreten", bemängelte Heldt einen Mutlos-Auftritt. "Ehrlicherweise können wir froh sein, dass wir nicht noch zwei Tore bekommen haben."

Die Eisernen parkten von Beginn an den Bus, hielten in der ersten halben Stunde auch gut dagegen, dann aber kam Bayern ins Rollen. Mit dem Doppelschlag vor der Pause war die Niederlage quasi besiegelt. Viel zu harmlos waren die Eisernen in den gesamten 90 Minuten.

"Es ist immer schwierig hier. Man versucht immer verschiedene Strategien hier. Du kannst dich nicht nur einigeln, sondern du musst zusehen, dass du auch mal nach vorne kommst."

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Das Spiel mit dem Ball fand allerdings so gut wie nicht statt. Ein abgeblockter Freistoß, ein guter Versuch von Jeong Woo-yeong (26) - das war es dann auch schon. Jonas Urbig (22) blieb nahezu beschäftigungslos. Die Bilanz: 31:5 Torschüsse für die Bayern.

"Wir müssen natürlich akribisch schauen, was wir nicht gut gemacht haben. Das war eine Menge", kritisierte Heldt. Ins Detail wollte er aber nicht gehen. "Das muss erstmal intern besprochen werden. Gegen keinen Gegner kann man so auftreten, wie wir heute aufgetreten sind."

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Steffen Baumgart (54) sah einen harmlosen Auftritt seiner Elf.  © Sven Hoppe/dpa

Union kassiert Doppelschlag vor der Pause

Der erste Streich: Bayerns Michael Olise (24, l.) trifft zum 1:0.  © Sven Hoppe/dpa

In der ersten halben Stunde bissen sich die Bayern zunächst am Union-Bollwerk noch die Zähne aus, kamen dann aber mehr und mehr ins Rollen. Innerhalb von drei Minuten gab Union das Spiel aus der Hand. Erst erlöste Michael Olise (24, 43. Minute) die haushoch überlegenen Gastgeber, dann erhöhte Doppelpacker Serge Gnabry (30) quasi mit dem Pausenpfiff (45.+1). Statt mit einem 0:0 ging es mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Kabine.

Kaum auf dem Feld war auch schon Harry Kane (32) zur Stelle (49.). Spätestens jetzt war die Niederlage besiegelt. Der Rekordmeister wollte mehr, scheiterte zweimal am Pfosten und ließ mehrere gute Möglichkeiten liegen. "Wir haben uns mehr vorgenommen. Um ehrlich zu sein, sind wir mit dem 4:0 noch gut bedient. Es hätte höher ausfallen können. Bayern ist eine gute Mannschaft, aber insgesamt war es von zu wenig", stimmte Christopher Trimmel (39) dem Manager zu.

Für die Eisernen kommen jetzt die Wochen der Wahrheit. Nach der Länderspielpause geht es gegen die Kellerkinder St. Pauli, Heidenheim und Wolfsburg. Die Eisernen können sich mit dem Dreierpack entweder aller Abstiegssorgen entledigen oder tief in den Abstiegskampf hineingezogen werden.

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Klar ist: Mit so einem Auftritt wird es auch gegen die Abstiegskandidaten schwer. "Es ist ein komisches Gefühl, es ist ein Auf und Ab. Wir liefern immer wieder gute Spiele, wie zum Beispiel in Freiburg, und dann sind immer wieder Spiele wie heute dabei, auch wenn es gegen einen guten Gegner war. Wir müssen einfach konstanter werden", so Trimmel.

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