Peinlich-Pleite für Union Berlin in Bochum: Kellerkind VfL schlägt den Spitzenreiter!

Bochum - Überraschende Schlappe für den Tabellenführer: Der 1. FC Union Berlin hat sich am 11. Bundesliga-Spieltag am VfL Bochum die Zähne ausgebissen und nach hartem Kampf mit 1:2 (0:1) gegen das Kellerkind verloren. Der Vorsprung der Eisernen auf den FC Bayern München ist damit auf einen Punkt geschmolzen.

Janik Haberer (3.v.l.) musste nach einem brutalen Tackling verletzt ausgewechselt werden. Schiedsrichter Deniz Aytekin (2.v.l.) ließ die Rote Karte aber stecken.
Janik Haberer (3.v.l.) musste nach einem brutalen Tackling verletzt ausgewechselt werden. Schiedsrichter Deniz Aytekin (2.v.l.) ließ die Rote Karte aber stecken.  © David Inderlied/dpa

Philipp Hofmann erzielte vor 25.460 Fans im Vonovia Ruhrstadion nach einer Ecke per Kopf die 1:0 in Führung für die Gastgeber (44. Minute). Gerrit Holtmann sorgte in der zweiten Hälfte nach einem perfekten Konter für das 2:0 (71.). Milos Pantovic gelang in der Nachspielzeit nur noch der 1:2-Ehrentreffer (90.+3).

Nach dem hart erkämpften 1:0-Pokalsieg beim Drittligisten SV 07 Elversberg stellte VfL-Trainer Thomas Letsch seine Startelf auf einer Postion um. Jordi Osei-Tutu übernahm für Holtmann, der sich auf der Bank wiederfand.

Gäste-Coach Urs Fischer rotierte indes gleich sechsmal, sodass Frederik Rönnow, Paul Jaeckel, Christopher Trimmel, Rani Khedira, Niko Gießelmann und Jordan nach dem souveränen 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Heidenheim im DFB-Pokal in die Anfangsformation zurückkehrten.

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Julian Ryerson, Paul Seguin und Lennart Grill nahmen stattdessen auf der Ersatzbank Platz, während Danilho Doekhi, Tymoteusz Puchacz und überraschend auch Edeljoker Sven Michel nicht im Kader standen.

In der Anfangsphase tasteten sich beide Mannschaften erst einmal ab. Der Hauptstadtklub war sichtlich um Kontrolle bemüht, wurde aber von den bissigen Hausherren immer wieder im Aufbau gestört. Der VfL versuchte hingegen mit langen Schlägen das Mittelfeld schnell zu überbrücken. Gefährliche Szenen blieben zunächst jedoch auf beiden Seiten Mangelware.

Startformation des VfL Bochum für das Bundesliga-Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin

Anfangself des 1. FC Union Berlin für das Bundesliga-Spiel beim VfL Bochum am 11. Spieltag

VfL Bochum entgeht Platzverweis und geht durch Philipp Hofmanns Kopfball in Führung

Nach einem Eckball von rechts schlägt das Spielgerät unhaltbar für Union-Keeper Frederik Rönnow in der langen Ecke ein.
Nach einem Eckball von rechts schlägt das Spielgerät unhaltbar für Union-Keeper Frederik Rönnow in der langen Ecke ein.  © INA FASSBENDER / AFP

Nach 17 Minuten hätte das Spiel eine entscheidende Wendung erfahren können: Ivan Ordets rauschte an der Grundlinie mit offener Sohle in das Sprunggelenk von Janik Haberer, der in der Folge ausgewechselt werden musste. Schiedsrichter Deniz Aytekin zeigte aber nur die Gelbe Karte - Glück für den VfL-Innenverteidiger. Für Haberer wurde ausgerechnet der Ex-Bochumer Milos Pantovic eingewechselt.

Die Partie brauchte anschließend zehn Zeigerumdrehungen, um wieder in Fahrt zu kommen. Nach Cristian Gamboas Freistoßflanke von der rechten Seite schraubte sich Hofmann im Strafraum hoch, köpfte Union-Keeper Rönnow aber direkt in die Arme (27.).

Auch die Berliner benötigten einen Standard für ihren ersten Torabschluss. Kapitän Trimmel schlug eine Ecke von der rechten Seite flach in den Strafraum, wo Jordan die Kugel bei seiner Direktabnahme nicht voll traf, sodass VfL-Keeper Manuel Riemann gerade noch parieren konnte (37.).

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1. FC Union Berlin Union Berlin kurz vor Transfer-Hammer: Isco auf dem Weg an die Alte Försterei!

Kurz vor der Halbzeit hatten die Hausherren die bis dato beste Chance: Osei-Tutu nutzte einen schlampigen Ballverlust in der Unioner Hintermannschaft zu einem Distanzschuss, den Rönnow gerade noch über den Querbalken lenken konnte (43.).

Doch dieser Lapsus sollte Folgen haben, denn der anschließende Eckstoß brachte dem Tabellenschlusslicht die Führung ein. Philipp Förster visierte von der rechten Seite Hofmann am ersten Pfosten an, der das Leder gekonnt per Kopf in die lange Ecke bugsierte - 1:0 (44.)! Kurz darauf pfiff Aytekin zur Pause.

Die Bochumer feiern das 1:0 mit dem Torschützen Philipp Hofmann (4.v.l.).
Die Bochumer feiern das 1:0 mit dem Torschützen Philipp Hofmann (4.v.l.).  © INA FASSBENDER / AFP

VfL Bochum baut mit Konter die Führung aus, 1. FC Union Berlin verschießt Strafstoß und verkürzt

Gerrit Holtmann (r.) schließt einen mustergültigen Konter der Hausherren zum 2:0 ab.
Gerrit Holtmann (r.) schließt einen mustergültigen Konter der Hausherren zum 2:0 ab.  © INA FASSBENDER / AFP

Auch nach der Pause tat der Spitzenreiter sich weiter schwer, Torchancen zu kreieren. Das Heimteam stellte die Räume geschickt zu und lauerte auf Konter.

Die Eisernen fanden keine spielerischen Mittel, um den Abwehrriegel der Letsch-Truppe zu knacken. Sheraldo Becker und Jordan fanden quasi nicht statt, sodass Fischer folgerichtig sein Top-Sturmduo nach 63. Minuten auswechselte und mit Kevin Behrens noch mehr Wucht für das Sturmzentrum brachte.

Den nächsten Höhepunkt setzten aber erneut die Männer aus Nordrhein-Westfalen: Durch einem mustergültigen Konter mit One-Touch-Fußball kombinierten sich die Hausherren über links in die Box. Den finalen Querpass spielte Christopher Antwi-Adjei im Strafraum auf den eingewechselten Holtmann, der die Pille an Rönnow vorbei ins lange Eck stolperte (71.)!

VAR Markus Schmidt ließ dann noch einmal Hoffnung bei den Köpenickern aufkeimen. Nach einem Eckstoß schickte er Aytekin an die Seitenlinie, der anschließend auf den Punkt zeigte. Ausgerechnet Pantovic trat an und scheiterte mit seinem halbhohen Schuss ins rechte Eck an Riemann (78.)!

Damit war den Gästen endgültig der Zahn gezogen, denn die Kräfte bei den Rot-Weißen schwanden jetzt sichtlich. Pantovic konnte in der Nachspielzeit nur noch für Ergebniskosmetik sorgen (90.+3), denn am Ende jubelten die Gastgeber!

Auf den 1. FC Union wartet am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL+) das wohl vorentscheidende Heimspiel um den Verbleib in der Europa League gegen Sporting Braga. Die Bochumer müssen erst am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg antreten.

Der Ex-Bochumer Milos Pantovic verschießt einen Elfmeter und verpasst es, die mögliche Wende einzuleiten.
Der Ex-Bochumer Milos Pantovic verschießt einen Elfmeter und verpasst es, die mögliche Wende einzuleiten.  © INA FASSBENDER / AFP
Die Spieler von Union Berlin stehen nach der Niederlage konsterniert auf dem Rasen.
Die Spieler von Union Berlin stehen nach der Niederlage konsterniert auf dem Rasen.  © INA FASSBENDER / AFP

Titelfoto: INA FASSBENDER / AFP

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