"Systemabsturz": Union Berlin verfällt in alte Fehler und entschuldigt sich bei Fans
Berlin - In Köpenick wähnte man sich nach einem völlig verkorksten Saisonstart endlich auf dem richtigen Weg - doch im DFB-Pokal hat Union Berlin beim 1. FC Köln eine herbe 0:5-Packung kassiert.
So richtig erklären konnte sich Mauro Lustrinelli (50) die heftige Pleite im Anschluss nicht, zumal die Eisernen eigentlich gut in die Partie gestartet sind und selbst die eine oder andere Chance zur Führung hatten.
"Wir sind gut ins Spiel reingekommen, deshalb hatte ich ein gutes Gefühl. Doch dann haben wir auf einmal die Kompaktheit und nach dem zweiten Gegentor völlig den Faden verloren", analysierte der Union-Coach am Sky-Mikrofon.
Rani Khedira (32) fand im Nachgang deutliche Worte: "Das war eine Nichtleistung, für die wir uns bei den Fans entschuldigen müssen", übte der Capitano scharfe Selbstkritik.
"Wir haben zu weit auseinander gestanden und zu viele Fehler gemacht", bemängelte der 32-Jährige und sprach von einem "Systemabsturz" in der zweiten Halbzeit.
Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass die Berliner am Dienstagabend an einem äußerst effizienten Effzeh gescheitert sind. "Am Schluss war jeder Schuss ein Tor", stellte Lustrinelli fest.
Union Berlins Abwehr mit schnellen Köln-Angreifern überfordert
Besonders Kölns Nationalspieler Said El Mala (20), der bis zur Stundenmarke einen Doppelpack schnürte, und Flügelflitzer Linton Maina (27) überforderten die neu formierte Hintermannschaft um Zeno Van Den Bosch (23) und Leopold Querfeld (22) ein ums andere Mal.
Der neue Abwehrchef Felix Uduokhai (29) fehlte im RheinEnergieSTADION verletzungsbedingt, wird dem Hauptstadtklub nach einer Notbremse aber auch am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) nicht zur Verfügung stehen.
Dann kommt es nämlich bereits zum Wiedersehen der beiden Teams in der Bundesliga - diesmal in der Alten Försterei.
Zu hoch wollte Mauro Lustrinelli die Pokal-Pleite aber nicht hängen. "Das war ein Stolpern. So etwas kann passieren", konstatierte er und kündigte eine Reaktion seiner Mannschaft an.
Das Team habe Charakter und werde sich wieder aufrichten, war sich Rani Khedira sicher. "Der gleiche Gegner, aber wir müssen alle Dinge besser machen und zu unserer Stärke zurückfinden."
Titelfoto: Federico Gambarini/dpa (Bildmontage)

