Union Berlin dank Joker Kevin Behrens nach Rückstand im DFB-Pokal-Viertelfinale

Berlin - Union Berlin bleibt im Jahr 2023 weiter ungeschlagen und ist nach einem kampfbetonten 2:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg ins Viertelfinale des DFB-Pokals eingezogen. Dabei hat Union-Coach Urs Fischer den Sieg mit Kevin Behrens erst eingewechselt.

Die Wolfsburger feiern ihr frühes Führungstor durch Luca Waldschmidt.
Die Wolfsburger feiern ihr frühes Führungstor durch Luca Waldschmidt.  © Andreas Gora/dpa

Der Stürmer betrat in der 63. Minute gemeinsam mit Neuzugang Aïssa Laïdouni das Feld. Der Tunesier feierte damit vor 22.012 Zuschauern in der ausverkauften Alten Försterei seine Premiere im Dress der Eisernen.

16 Zeigerumdrehungen nach seiner Einwechslung stach der Joker dann gnadenlos zu. Rani Khedira flankte nach einem mustergültigen Steilpass von der rechten Seite auf den zweiten Pfosten. Sheraldo Becker legte die Pille per Kopf in die Mitte auf Behrens ab, der unbedrängt zum 2:1 einschieben konnte.

Zuvor hatte sich eine recht ausgeglichene und chancenarme Partie entwickelt. Kurz vor Anpfiff öffnete der Himmel über Berlin seine Schleusen. "Es regnet Katzen und Hunde", bemerkte Sky-Kommentator Marcus Lindemann - das perfekte Wetter für einen echten Pokal-Fight auf tiefem Geläuf.

Union Berlin siegt im Testspiel gegen Dynamo Kiew
1. FC Union Berlin Union Berlin siegt im Testspiel gegen Dynamo Kiew

Die kalte Dusche für Union kam aber nicht nur von oben, sondern sollte stehenden Fußes auch auf dem grünen Rasen folgen, denn die Wölfe bissen bereits nach fünf Minuten zum ersten Mal zu.

Luca Waldschmidt tauchte nach einer Ecke urplötzlich völlig blank vor Union-Keeper Frederik Rönnow auf, nachdem Jannik Haberer das Abseits an der Grundlinie aufgehoben hatte, und schob die Kugel aus rund elf Metern eiskalt zur Führung in die rechte Ecke.

Robin Knoche (r.) erzielt nach einer Ecke per Direktabnahme den Ausgleichstreffer für Union Berlin und lässt Wölfe-Keeper Pavao Pervan keine Chance.
Robin Knoche (r.) erzielt nach einer Ecke per Direktabnahme den Ausgleichstreffer für Union Berlin und lässt Wölfe-Keeper Pavao Pervan keine Chance.  © Andreas Gora/dpa

Union Berlin dreht Partie dank Ex-Wolfsburger Robin Knoche und Joker Kevin Behrens

Die Spieler von Union Berlin bejubeln den Siegtreffer von Kevin Behrens.
Die Spieler von Union Berlin bejubeln den Siegtreffer von Kevin Behrens.  © JOHN MACDOUGALL / AFP

Aber was der VfL kann, das können die Eisernen schon lange: Tore nach Standardsituationen. Denn nur sieben Minuten später flankte Josip Juranovic das Spielgerät nach einer kurz ausgeführten Ecke von links maßgeschneidert auf den zweiten Pfosten, wo der einlaufende Robin Knoche per Direktabnahme das 1:1 erzielte. Ausgerechnet Knoche, der nach seinem Treffer aus Respekt vor seinem Ex-Klub nicht jubelte.

Im Anschluss an den Ausgleichstreffer übernahmen die Hausherren die Kontrolle, wurden allerdings erst nach einer weiteren Standardsituation wieder gefährlich. In der 26. Minute war es erneut Knoche, der am langen Pfosten per Kopf in die Mitte ablegte, wo Jordan hochstieg und das Leder gegen das Lattenkreuz schädelte. Das war's dann aber auch von einer ereignisarmen ersten Hälfte, abgesehen von den beiden Buden.

Auch mit Wiederanpfiff zeigte sich ein unverändertes Bild: Die Eisernen kontrollierten die Partie, ohne sich echte Torchancen zu erspielen. Von den Gästen ging jedoch noch weniger Gefahr aus. Die Kovac-Truppe war in erster Linie bemüht, kompakt zu stehen - zu groß war der Respekt vor dem Umschaltspiel der Berliner.

Union Berlin holt türkisches Top-Talent und gibt es gleich wieder ab
1. FC Union Berlin Union Berlin holt türkisches Top-Talent und gibt es gleich wieder ab

In der Schlussphase drehte der FCU aber noch einmal auf und kam zum Joker-Tor durch Behrens. Diesen Vorsprung ließen sich die Hausherren nicht mehr nehmen. Trotz hitziger Schlussphase und Gelb-Roter Karte nach einer angeblichen Schwalbe von Niko Gießelmann (87. Minute) brachten die Roten die Führung souverän ins Ziel.

Mit dem letzten Angriff hätte mit Jerome Roussillon ein weiterer Ex-Wolf eigentlich noch das 3:1 nachlegen müssen, er scheiterte aber aus kürzester Distanz an einem Wolfsburger Abwehrbein. Damit steht der Hauptstadtklub als zweiter Pokal-Viertelfinalist fest und der Frust nach dem geplatzten Isco-Deal war schnell wieder verflogen.

Schiedsrichter Sascha Stegemann (l.) stellt Niko Gießelmann (2.v.r.) in der Schlussphase des Spiels nach einer angeblichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz.
Schiedsrichter Sascha Stegemann (l.) stellt Niko Gießelmann (2.v.r.) in der Schlussphase des Spiels nach einer angeblichen Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz.  © JOHN MACDOUGALL / AFP
Die Union-Kicker feiern gemeinsam mit Maskottchen Ritter Keule den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.
Die Union-Kicker feiern gemeinsam mit Maskottchen Ritter Keule den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals.  © JOHN MACDOUGALL / AFP

Statistik zum DFB-Pokal-Spiel zwischen Union Berlin und dem VfL Wolfsburg

1. FC Union Berlin - VfL Wolfsburg 2:1 (1:1)

Aufstellung 1. FC Union Berlin: Rönnow - Doekhi, Knoche, Leite - Juranovic, Khedira, Gießelmann, Seguin, Haberer (63. Laidouni) - S. Becker (84. Leweling (90. Roussillon)), Siebatcheu (63. K. Behrens)

Aufstellung VfL Wolfsburg: Pervan - Baku, Lacroix, van de Ven, Paulo Otavio (84. Cozza) - Guilavogui, Arnold, Gerhardt (66. F. Nmecha), Svanberg (84. Paredes), Marmoush (75. Wimmer) - L. Waldschmidt (75. Wind)

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Zuschauer: 22.012 (ausverkauft)

Tore: 0:1 L. Waldschmidt (5.), 1:1 Knoche (12.), 2:1 K. Behrens (79.)

Gelbe Karten: Khedira (1) / Svanberg (1), van de Ven (2), F. Nmecha (1)

Gelb-Rote Karten: Gießelmann (87./Schwalbe) / -

Beste Spieler: Knoche, Juranovic, Khedira / Arnold

Titelfoto: JOHN MACDOUGALL / AFP

Mehr zum Thema 1. FC Union Berlin: