Union Berlin im BVB-Reise-Sandwich: Fleischeinlage oder hartes Brot?
Berlin - Union Berlin hat am vergangenen Spieltag den ersten Dreier der noch jungen Saison eingefahren. Die gute Leistung beim 1:0-Sieg gegen Elversberg wollen die Eisernen jetzt gegen Borussia Dortmund bestätigen.
Dabei will Mauro Lustrinelli (50) auf Kontinuität setzen, auch wenn er selbst kein Freund von Phrasen à la "Never change a winning team" sei, wie er bei der Pressekonferenz im Vorfeld der Partie bemerkte.
In der Innenverteidigung scheint der Schweizer endlich die ideale Paarung gefunden zu haben. Nachdem zunächst Leopold Querfeld (22) einen Stammplatz im Zentrum hatte, konnte das Duo Felix Uduokhai (29) und Zeno Van den Bosch (23) die Scheunentore gegen den Aufsteiger endlich schließen.
"Ich glaube, das haben sie sehr gut gemacht. Sie passen sehr gut zusammen", lobte Lustrinelli seine beiden Abwehrmänner.
Dennoch waren und sind die Köpenicker mit 17 Gegentreffern eine der Schießbuden der Bundesliga. Ob die beiden auch den torgefährlichen BVB-Angreifern standhalten können, wird sich freilich erst am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zeigen.
Kann Union Berlin die BVB-Mini-Krise ausnutzen?
Die Dortmunder reisen mit zuletzt viel Frust im Gepäck in die Alte Försterei. Nach einem perfekten Saisonstart mit vier Siegen in vier Spielen geriet der gut geölte BVB-Motor beim 2:2 gegen Werder Bremen erstmals ins Stottern und kam am Mittwoch in der Champions League so gar nicht auf Touren.
Bei der 0:1-Pleite gegen Bodø/Glimt war so gut wie nichts von der Offensivstärke der Borussen zu sehen. Zugegeben, die Reisestrapazen und der ungewohnte Kunstrasenplatz nördlich des Polarkreises haben sicher zu der enttäuschenden Leistung beigetragen.
Ausgeruhte Unioner könnten diese Doppelbelastung jetzt ausnutzen und den Schwarz-Gelben den nächsten Dämpfer verpassen, zumal die Berliner den kommenden Gegner auf heimischem Geläuf bereits viermal bezwingen konnten - es waren allerdings auch die einzigen vier Siege in den bisherigen 14 Bundesliga-Duellen.
Und der BVB hat auch schon den nächsten europäischen Reisestress vor Augen, denn bereits am Dienstag muss die Truppe von Niko Kovač (55) beim aserbaidschanischen Vertreter Sabah FK im gut 3000 Kilometer entfernten Baku antreten.
Titelfoto: Bernd Thissen/dpa, Soeren Stache/dpa (Bildmontage)

