Berlin - Na das kann ja heiter werden: Die letzten beiden Spiele zwischen Union Berlin und Eintracht Frankfurt waren ohnehin schon sehr emotional und jetzt könnte es bei der Neuauflage am Freitag (20.30 Uhr/Sky) an der Seitenlinie zu einem heißblütigen Trainer-Duell kommen.
Steffen Baumgart (54) hat ohnehin keine besonders guten Erinnerungen an die Begegnungen mit den Adlerträgern, obwohl die Ergebnisse für den Union-Coach sprechen, der beide Partien mit 4:3 und 2:1 knapp für sich entscheiden konnte.
Es sei stets ein "sehr emotionales Spiel" gewesen, betonte der 54-Jährige im Vorfeld bei der Pressekonferenz. "Einen Tag später war ich immer gesperrt - einmal mit Rot und einmal mit der Gelben Karte", erinnerte er sich und hoffte, "dass ich das diesmal vermeiden kann".
Das könnte durchaus schwierig werden, denn jetzt steht ihm mit Albert Riera (43) ein äußerst heißblütiger Widersacher gegenüber.
Der Spanier schwang bereits in seiner Antrittspressekonferenz hochemotionale Reden und will seinen Spielern wieder Selbstvertrauen einflößen, verlangt aber gleichzeitig unbedingte Disziplin.
Einen Vulkanausbruch in den Coaching-Zonen erwartet Baumgart aber trotzdem nicht und stellt klar: "Ich bin sehr ruhig, ich bin sehr zurückhaltend, weil, wenn ich wirklich explodieren würde, sieht's noch ganz anders aus, das habt Ihr noch gar nicht erlebt!"
Steffen Baumgart mit klarer Kampfansage: "Es geht um unser Wohnzimmer, das ist unser Stadion"
Er konzentriere sich in erster Linie auf seine Mannschaft und "was auch lange schon nicht mehr war - zu oft auf den Schiedsrichter, aber auch da bin ich mir relativ sicher, dass ich auf einem sehr, sehr guten Weg bin", mutmaßte der Trainer.
Nichtsdestotrotz will er sich auf heimischem Terrain auch nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. "Es geht um unser Wohnzimmer, das ist unser Stadion, und da bin ich mir relativ sicher, dass ich weiß, wie es funktioniert, auch an der Linie, auch gegen emotionale Trainer", merkte "Baumi" an.
Vorbereitet habe er sich aber nur "auf Eintracht Frankfurt und nicht auf den neuen Trainer", auch wenn sich sein Team durchaus angeschaut habe "wie er bei anderen Mannschaften spielen lassen hat". Dabei habe der Übungsleiter aber kaum Unterschiede zum Frankfurter Spielstil erkannt.
Und auch wenn die Eintracht zuletzt immer wieder viele Gegentore schlucken musste, warnte der FCU-Coach vor dem Gegner, denn der habe schließlich "die drittbeste Offensive". Es sei eine Mannschaft, die immer nach vorn spielen will.
"Wir müssen bei uns bleiben, wir müssen klar sein und dann müssen wir natürlich auch den Weg nach vorn finden, um überhaupt die Möglichkeit zu haben zu gewinnen", unterstrich Steffen Baumgart.