Chancenwucher wird eiskalt bestraft: Bayer 04 kassiert Last-Minute-Pleite gegen Augsburg
Von Jana Glose
Leverkusen - Bayer Leverkusen hat im Spiel gegen den FC Augsburg einen herben Rückschlag im Kampf um die Champions-League-Ränge kassiert. In der 100. Bundesliga-Partie für Augsburgs Trainer Manuel Baum unterlag der Vizemeister 1:2 (1:1).
Vor dem Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern München am kommenden Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF) büßte die Werkself damit nicht nur an Schwung ein, sondern nach sieben ungeschlagenen Liga-Spielen in Serie auch wertvolle Punkte im engen Rennen um die internationalen Plätze.
Vor 29.289 Zuschauern in der Leverkusener Arena brachte Patrik Schick (12. Minute) die Werkself früh in Führung. Doch Fabian Rieder (15.) traf nur drei Minuten später zum Ausgleich. In der Nachspielzeit (90. +7.) sorgte dann erneut Rieder per Elfmeter für den Sieg der Gäste.
Für die Augsburger, die in Gedenken an den bei einem Verkehrsunfall mit nur 48 Jahren verstorbenen Ex-Keeper Alexander Manninger mit Trauerflor spielten, wurde es früh brenzlig.
Schon in der zweiten Minute kam Ibrahim Maza nach einem im Strafraum schlecht geklärten Ball zum Abschluss, den FCA-Keeper Dahmen über die Latte lenken konnte. Danach dominierte Leverkusen das Geschehen, während sich die Gäste weit zurückzogen.
Der Druck zahlte sich aus, als eine Flanke von Edmond Tapsoba den zuletzt nur als Joker zum Einsatz gekommenen und nun wieder in die Startelf gerückten Schick fand, der per Kopf zum 1:0 traf.
Doch die bis dahin nur defensiv spielenden Gäste antworteten prompt. Ein von Torhüter Mark Flekken zunächst per Faust geklärter Eckball landete bei Dimitrios Giannoulis, der auf Rieder ablegte - dessen noch abgefälschter Torschuss zum 1:1 im Tor landete.
Elfmeter entscheidet die Partie
Nach dem überraschenden Ausgleich mit dem ersten Torschuss der Augsburger blieb Bayer 04 weiter klar tonangebend. Mit viel Ballbesitz erspielte sich der Champions-League-Aspirant mehrere gute Offensivaktionen.
Doch immer wieder verhinderten fehlende Präzision und mehrfach starke Paraden von Schlussmann Dahmen einen erneuten Rückstand der Fuggerstädter gegen insgesamt dominierende Leverkusener.
Nach 75. Minuten verzeichnete Leverkusen 25 Torschüsse, während Augsburg offensiv fast gar keine Entlastung mehr schaffen konnte. Fünf Minuten vor dem Ende bekam Cedric Zesiger eine Flanke aufs Tor im Strafraum an dem Arm.
Nachdem Schiedsrichter Benjamin Brand zunächst auf Elfmeter entschieden hatte, revidierte er die Entscheidung nach Ansicht der Bilder und begründete dies mit dem angelegten Arm des Spielers.
Auf der Gegenseite gab es dann aber in der Nachspielzeit nach einem Foul von Montrell Culbreath im Strafraum Elfmeter, den Rieder eiskalt verwandelte.
Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

