Absurde Wechsel-Situation bei Chemie Leipzig: "Freuen uns, dass er mal den Platz betreten durfte"
Greifswald/Leipzig - Die BSG Chemie Leipzig kriecht personell absolut auf dem Zahnfleisch! Am Sonntag beim 1:1 in Greifswald musste Trainer Alexander Schmidt (58) deshalb auf einen kuriosen Trick zurückgreifen, um etwas Zeit rauszuholen. Sekunden vor dem Schlusspfiff wurde Ersatztorhüter Florian Horenburg (24) als Feldspieler eingewechselt.
"Wir freuen uns natürlich für 'Hore', dass er hier mal den Platz betreten durfte", konnte Stürmer Philipp Kühn (23) nach Abpfiff nur schmunzelnd bei "OstSportTV" sagen. Ein Weglächeln der eigentlich sehr ernsten Lage der Sachsen, die kurz vor dem Anpfiff auch noch auf Elias Kratzer (26) verzichten mussten, der sich beim Aufwärmen verletzt hatte.
Das hat die ohnehin schon extrem angespannte Situation der Grün-Weißen noch verschlimmert. Kühn: "Man hat glaube ich gesehen, dass wir alle etwas auf dem Zahnfleisch laufen. Das mit Horenburg ist ja auch speziell der Situation geschuldet. Aber wir nehmen hier den Punkt mit."
Tatsache ist, dass die Chemiker aktuell richtig gut drauf sind trotz der langen Verletztenliste. 2:2 beim Derby gegen Lok Leipzig, 2:0 gegen Hertha II daheim und nun ein 1:1 beim schweren Auswärtsspiel in Greifswald: Die Sachsen kommen langsam aber stetig aus dem Tabellenkeller heraus.
Und für Horenburg war es auf der ungewohnten Position der erste Regionalliga-Einsatz der Saison. An Marcel Bergmann (28) ist momentan kein Vorbeikommen im Kasten. Nur im Sachsenpokal lässt Schmidt Horenburg spielen, vermutlich auch bei IFA Chemnitz in zwei Wochen.
BSG Chemie Leipzig vor schwerem Heimspiel gegen Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt
Vorher steht für die extrem gebeutelten Chemiker aber noch ein schweres Ligaspiel auf dem Plan. Am kommenden Freitagabend kommt der aktuelle Tabellenführer Rot-Weiß Erfurt in den Alfred-Kunze-Sportpark.
Verbessert sich die personelle Lage bis dahin nicht, wird Horenburg vielleicht sogar noch ein weiteres Mal auf dem Feld aushelfen müssen.
Titelfoto: IMAGO / Andy Bünning
